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Kölsch (Sprache)
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Kölsch (IPA: [], kölsche Aussprache: [] ; auch: Kölnisch) ist die nach Sprecherzahl gröĂte Variante des Ripuarischen und des Zentralripuarischen innerhalb des MittelfrĂ€nkischen. Es wird in Köln und in Varianten im Umland gesprochen. Anstelle der original Kölner Mundart wird hĂ€ufig ein abgemilderter rheinischer Regiolekt, als Familienkölsch bekannt, als Umgangssprache benutzt (allerdings mit oft typischem Kölner Tonfall, was von AuĂenstehenden gelegentlich fĂŒr âKölschâ gehalten wird).cite-ref-1[1]
Ripuarisch zĂ€hlt zusammen mit dem MoselfrĂ€nkischen und dem Luxemburgischen zum MittelfrĂ€nkischen, das sich mit der Benrather Linie (maache-maake-Linie) bei DĂŒsseldorf zum NiederfrĂ€nkischen abgrenzt. Der Rheinische FĂ€cher zeigt weitere Mundartgrenzen (Isoglossen) auf.
Zum modernen Deutschen und den anderen ripuarischen Mundarten bestehen lexische BezĂŒge wie auch zum Mittelhochdeutschen, zum Niederdeutschen, NiederlĂ€ndischen, Englischen und Französischen, phonetische zum Limburgischen, zum Mittelhochdeutschen, zum Französischen und Wallonischen, grammatische zum Englischen, zum PfĂ€lzischen und NiederlĂ€ndischen. Obwohl Kölsch in EinzelfĂ€llen Varianten in der Lexik zulĂ€sst und auch die Aussprache regional und nach sozialen Schichten geringfĂŒgig variiert, ist es in seinen meisten Aspekten prĂ€zise bestimmt.
Sprachcodes gemÀà ISO 639 sind:
âą ksh fĂŒr ISO 639-3 und
âą gem fĂŒr ISO 639-2, da Kölsch dort unter der kollektiven Kennung fĂŒr die âsonstigen germanischen Sprachenâ gelistet ist.
âą der 14. Ausgabe des Ethnologue war: KOR,
âą seit der 15. Ausgabe ist es: ksh.
Letztere wurde 2007 als ISO 639-3 ĂŒbernommen.
Contents
âą Allgemeines
⹠Kölsche Insider
âą Grammatik
âą Artikel
âą Genus
âą Substantive
âą Verben
âą Sonstiges
âą Sprachverlauf
âą Varianten
⹠Stadtkölsch
⹠Landkölsch
âą Literatur
âą Siehe auch
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Herkunft und Entstehung des Kölschen
Ab dem 3. Jahrhundert drangen frĂ€nkische StĂ€mme von der rechten Rheinseite ins Linksrheinische vor und expandierten in die zum Teil von Römern und Galloromanen besiedelten Gebiete. Die Salfranken expandierten dabei ĂŒber die heutigen Niederlande und Belgien bis in das heutige Frankreich. Die Rheinfranken breiteten sich an der Rheinschiene entlang nach SĂŒden und in die Moselregion aus und machten Köln zu ihrer Residenzstadt (wo sie spĂ€ter Ripuarier genannt wurden). Im 6. Jahrhundert vereinigte der Merowingerkönig Chlodwig I. beide Frankenvölker zu einem Gesamtvolk und grĂŒndete das erste GesamtfrĂ€nkische Reich.cite-ref-4[4]cite-ref-5[5] Unter dem Frankenherrscher Dagobert I. wurde im 7. Jahrhundert in Köln eine fĂŒr die Rheinfranken verbindliche Gesetzessammlung herausgegeben, bekannt als Lex Ripuaria.cite-ref-6[6]
Nach fĂŒnf Jahrhunderten römischer Stadtgeschichte, ĂŒber deren Umgangssprachen Ăberlieferungen fehlen, kam Köln mit der Mitte des 5. Jahrhunderts unter frĂ€nkische Herrschaft. Die ansĂ€ssige lateinsprachige Bevölkerung (Galloromanen und der romanisierte Stamm der Ubier) geriet unter frĂ€nkische Oberhoheit und wurde schlieĂlich assimiliert. AllmĂ€hlich wurde das offizielle Latein durch das germanische AltfrĂ€nkische verdrĂ€ngt, jedoch sind auch hier detaillierte Belege des Sprachstands Ă€uĂerst rar. Sicher ist, dass sich bis zum achten Jahrhundert die sogenannte zweite deutsche Lautverschiebung von SĂŒden kommend und sich dabei abschwĂ€chendcite-ref-7[7] bis etwa eine Tagesreise nördlich und westlich Kölns ausbreitete.
Erst mit der Zeit der Ottonen dĂŒrfte in Köln die Bildung einer eigenen Stadtsprache als Sprache amtlicher und kirchlicher Dokumente und spĂ€ter auch hochstehender BĂŒrger eingesetzt haben, die ab dem 12. und 13. Jahrhundert belegt werden kann.cite-ref-wrede-2-74-oben-8-0[8] Ab der ersten HĂ€lfte des 16. Jahrhunderts ist dies auch in literarischen Schriften belegt, nachdem bereits 1478/79 von Heinrich Quentell oder BartholomĂ€us von Unckell die so genannte âniederrheinischeâ Kölner Bibel gedruckt worden war.
Grundlage der Sprache ist das damalige Alt- und Mittelhochdeutsche und NiederfrĂ€nkische in der besonderen ripuarischen AusprĂ€gung des weitrĂ€umigen Umlandes, das heute in etwa dem Regierungsbezirk Köln entspricht. Im Mittelalter wurde das entstehende Altkölnische von SĂŒden her so stark durch das entstehende Mittelhochdeutsche beeinflusst, dass man es heute zu den nördlichsten Varianten der hochdeutschen Dialekte zĂ€hlt. Es blieb aber in stĂ€ndiger Verbindung mit dem NiederfrĂ€nkischen im Norden und Westen, zu dem auch das sich bildende NiederlĂ€ndische zĂ€hlt. Das ist bis heute so geblieben, nur der Einfluss der Hanse mit ihrer niederdeutschen GeschĂ€ftssprache ist mit deren Niedergang verschwunden.
Mit dem ausgehenden 16. Jahrhundert wurde in Köln die eigene niederfrĂ€nkische Schriftsprache aufgegeben und auf die sich entwickelnde neuhochdeutsche Schriftsprache umgestellt; seither gehen die gesprochene und die geschriebene Sprache eigene Wege. Darum ist es naheliegend, ab dem frĂŒhen 17. Jahrhundert von einer eigenen Kölner Mundart zu sprechen. Von wenigen EinzelfĂ€llen abgesehen ist diese jedoch erst mit dem ausklingenden 18. Jahrhundert auch literarisch zu verfolgen.cite-ref-wrede-2-74-unten-9-0[9]
Seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts wurde Kölsch immer umfangreicher in Poesie und Prosa verwendet,cite-ref-wrede-2-74-unten-9-1[9] und bis heute bereichern zahlreiche Veröffentlichungen auf und ĂŒber Kölsch das Bild dieser Sprache. DarĂŒber lassen sich auch die VerĂ€nderungen in Wortschatz, Sprechweise und Verwendung belegen, die seitdem stattgefunden haben und die die Lebendigkeit der Sprache bezeugen.cite-ref-10[10]
Stellung des Kölschen in der Gesellschaft
Allgemeines
Das Kölsche diente bis zum 19. Jahrhundert in allen Bevölkerungsschichten Kölns als Umgangssprache. Selbst gerichtliche PlĂ€doyers im Dialekt sind ĂŒberliefert. In der Oberschicht begann jedoch ab jenem Zeitpunkt die VerdrĂ€ngung durch das Hochdeutsche, weil das Kölsche als âArbeiterdialektâ in Verruf geriet; es erlebte jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg eine kurze Renaissance als Identifikationsmerkmal. Fortan kam es zu einem massiven RĂŒckzug des Kölschen, der in vielen Gesellschaftsschichten zu beobachten war, hauptsĂ€chlich bedingt durch den Ruf als Sprache der Unterschicht und Kriminellen, lediglich im Kölner Karneval wurde von der Mundart Gebrauch gemacht. Erst durch Bands wie BlĂ€ck Fööss oder BAP, die mit kölschen Pop- und Rock-Songs auch ĂŒberregional bekannt wurden, erholte sich das Kölsche ab den 1970ern von diesen Vorurteilen.cite-ref-11[11]cite-ref-12[12]
Ăhnlich wie Berlinisch hat sich Kölsch als Stadtdialekt fest etabliert und wird von vielen Kölnern noch beherrscht, auch wenn sich in den letzten Jahrzehnten eine Abschleifung hin zum Hochdeutschen bemerkbar gemacht hat und nur noch wenige junge Menschen die Sprache erlernen. âTiefes Kölschâ, also der unverfĂ€lschte Dialekt, wird heute nur noch von relativ wenigen, zumeist Ă€lteren Kölnern gesprochen, die in der Kindheit ihren Wortschatz noch ohne Einfluss moderner Kommunikationsmedien bilden konnten.
Das Engagement, mit dem der Kölner Dialekt von seinen Sprechern gepflegt und stets neu in Erinnerung gerufen wird, lĂ€sst sich an vielen Beispielen darstellen: Selbst Ăberschriften in Boulevardzeitungen, Todesanzeigen, Werbeslogans und öffentliche Inschriften sind hĂ€ufig auf Kölsch gehalten. Hinzu kommt ein lebendiges Brauchtum, insbesondere der Kölner Karneval. Köln verfĂŒgt mit Theatern (Volkstheater Millowitsch, HĂ€nneschen-Theater, Kumede, BĂŒhnenspielgemeinschaft CĂ€cilia Wolkenburg im Kölner MĂ€nner-Gesang-Verein), einer dichten Szene an Karnevals- und sonstigen mundartlichen Musikgruppen (bis hin zum sogenannten Kölschrock) und einer stattlichen Anzahl Kölner Volksdichter ĂŒber ein reichhaltiges, kölsch geprĂ€gtes Kulturangebot.
Dies wurde unter anderem zum Anlass genommen, mit der Akademie för uns kölsche Sproch eine stiftungsgetragene Institution zu schaffen, die Erhalt und Pflege des Kölschen als Zweck verfolgt. Unter anderem wird dort versucht, den kölschen Wortschatz und die Grammatik zu kodifizieren, und Regeln fĂŒr die Schriftsprache vorgeschlagen. Es gibt zwar eine Reihe von WörterbĂŒchern, aber bis auf das Kölsche Wörterbuch â welches von der Akademie herausgegeben wurde und VorschlĂ€ge fĂŒr Schreibregeln enthĂ€lt, sowie zu jedem Worteintrag eine Ausspracheangabe nach einem etwas modifizierten IPA enthĂ€ltcite-ref-13[13] â verfĂŒgt keines ĂŒber eine geregelte Orthographie.
Der sprachwissenschaftliche Ansatz wird allerdings immer wieder durch den Umstand konterkariert, dass gerade die Kulturschaffenden Kölsch auf eigene Initiative vertexten und es so schreiben, wie sie meinen, dass es der Aussprache entspricht. Da oft theoretisch mehrere Möglichkeiten bestehen, beispielsweise eets/ehts/eez/ehz, fĂŒr [eËÊŠ] (erst, zuerst), und sich oft Nicht-Muttersprachler am Kölschen versuchen (vergleiche dazu verstecke statt versteche, oder Butz statt Botz, ), weil das geschlossene, aber zugleich kurze o nicht vom u unterschieden wird, fĂŒhrt das zu einer groĂen VarietĂ€t an Schreibweisen.
Am 29. September 2024 wurde in Köln erstmals der Tag der kölschen Sprache (âDaach der kölschen Sprochâ) ausgerichtet â mit umfangreichem Veranstaltungsprogramm und groĂem Publikumszuspruch. Die Initiatoren GĂŒnter âBömmelâ LĂŒckerath (BlĂ€ck-Fööss-GrĂŒndungsmitglied), Wolfgang Oelsner (PĂ€dagoge und Brauchtumsspezialist) und Bernhard Conin (Vorsitzender der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums e. V.) wollen auf diese Weise den Dialekt wĂŒrdigen, lebendig halten und in Bereichen, in denen sie ihn gefĂ€hrdet sehen, wieder zum Leben erwecken. Der Aktionstag soll kĂŒnftig jĂ€hrlich ausgerichtet werden.cite-ref-14[14]
Kölsche Literatur und Musik
Als Beispiel fĂŒr kölsche Heimatdichter werden viele Kölner zuerst Willi Ostermann angeben, der mit Oden, Liedern und Gedichten an seine Heimatstadt ein reiches mundartliches Erbe hinterlassen hat. Ăhnlich bekannt und beliebt ist auch die Familie Millowitsch, die im 19. Jahrhundert ein Puppentheater fĂŒhrte, aus dem sich das Millowitsch-Theater entwickelt hatte. Der ehemalige Leiter Peter Millowitsch schreibt, wie frĂŒher schon seine Tante Lucy Millowitsch, eigene mundartliche und regionalsprachliche TheaterstĂŒcke. Seit 1802 existiert auch das HĂ€nneschen-Theater, ein Puppentheater, in dem nur StĂŒcke auf Kölsch aufgefĂŒhrt werden, ebenso wie in der Kumede, einem beliebten Laientheater.
Bekannte Mundartautoren wie Peter Fröhlich, Matthias Joseph de NoĂ«l, Wilhelm Koch, Peter Berchem, Lis Böhle, Goswin Peter Gath, Wilhelm Schneider-ClauĂ, Peter Kintgen, Johannes Theodor Kuhlemann, Suitbert Heimbach, Wilhelm RĂ€derscheidt, Laurenz Kiesgen oder Volker Gröbe haben schon frĂŒh das Kölsche als Schriftsprache gefördert.
Durch den Karneval hat sich im Kölner Raum das Liedgut selbststĂ€ndig entwickelt; einige Bands, die unter anderem durch den Karneval bekannt wurden, sind neben den BlĂ€ck Fööss zum Beispiel Brings, Höhner, RĂ€uber, Paveier und Kasalla. Songs wie beispielsweise Viva Colonia von den Höhnern finden auch auĂerhalb Kölns groĂen Anklang. Daneben hat sich auch die auf Kölsch gehaltene, karnevalistische BĂŒttenrede als volksnahe Kunstform etabliert. Nicht mit dem Karneval in Verbindung stehend,cite-ref-15[15] jedoch ebenfalls weitgehend auf Kölsch gehalten sind die Songs der Band BAP.
Kölsche Insider
Köln als ĂŒberregionales Handelszentrum zwischen Mittelrhein und Niederrhein mit Stapelrecht stand immer im Austausch mit jedwedem fahrenden Volk. Ăhnlich dem Rotwelschen bestand auch bei Kölner HĂ€ndlern, Wirten, und BĂŒrgern immer wieder Bedarf an einer Kommunikation, die nicht unbedingt von jedem vollstĂ€ndig verstanden wurde. Hilfreich war das auch unter französischer und preuĂischer Herrschaft.cite-ref-16[16]
Regionale Bedeutung
Die komplizierte Vielfalt der Dialektvarianten im rheinischen FĂ€cher sorgt fĂŒr eine beachtliche Zahl unterschiedlicher Lokalsprachen. Deren alternde Sprecher, die noch mit dem Dialekt ihres Dorfes als Umgangssprache aufgewachsen sind, werden weniger, die Bewohner mittleren Alters sind oft zugezogen und haben ihren Dialekt mitgebracht, sei es OstpreuĂisch oder der des Nachbarortes, oder eben Kölsch. SpĂ€testens seit den 1960er Jahren lĂ€sst sich eine permanente Stadtflucht weit ins Umland beobachten, bei der zwar nicht unbedingt viele der besonders urtĂŒmlichen Kölschen, wohl aber kölschsprachlich beeinflusste Deutsch- oder Regiolektsprecher Anteile des Kölschen weitertragen und so die Ortsdialekte bedrĂ€ngen.
Sprachliche Merkmale
Phonetik und Phonologie
Zur Verdeutlichung der Aussprache soll hier die Umschrift verwendet werden, die die Buchstaben des Alphabets verwendet. Einige GesetzmĂ€Ăigkeiten im Vergleich zum heutigen Hochdeutschen können fĂŒr das Kölsche grob angegeben werden:
Vokale
Die in kursiver Schrift gehaltenen Zeichen treten lediglich vereinzelt als Aussprachevariante im Kölschen auf.
| | Vorne | Vorne | Vorne | Vorne | Zentralisiert vorne | Zentralisiert vorne | Zentralisiert vorne | Zentralisiert vorne | Zentral | Zentral | Zentral | Zentral | Zentralisiert hinten | Zentralisiert hinten | Zentralisiert hinten | Zentralisiert hinten | Hinten | Hinten | Hinten | Hinten |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | ungerundet | ungerundet | gerundet | gerundet | ungerundet | ungerundet | gerundet | gerundet | ungerundet | ungerundet | gerundet | gerundet | ungerundet | ungerundet | gerundet | gerundet | ungerundet | ungerundet | gerundet | gerundet |
| | kurz | lang | kurz | lang | kurz | lang | kurz | lang | kurz | lang | kurz | lang | kurz | lang | kurz | lang | kurz | lang | kurz | lang |
| Geschlossen | i | iË | | yË | | | | | | | | | | | | | | | u | uË |
| Fast geschlossen | | | | | ÉȘ | | Ê | | | | | | | | Ê | | | | | |
| Halbgeschlossen | e | eË | Ăž | ĂžË | | | | | | | | | | | | | | | o | oË |
| Mittel | | | | | | | | | â É â | | | | | | | | | | | |
| Halboffen | â É â | ÉË | â Ć â | ĆË | | | | | | | | | | | | | | | â É â | ÉË |
| Fast offen | | | | | | | | | É | | | | | | | | | | | |
| Offen | | | | | | | | | a | aË | | | | | | | | | | |
| Kölnisch | *Altkölnisch | *AltfrÀnkisch | *Urgermanisch | Althochdeutsch | Mittelhochdeutsch | Neuhochdeutsch |
|---|---|---|---|---|---|---|
| A ss [Êas] | a st [ÊÉstʰ] | a st [ÊÉst] | a staz [ËÉs.tÉz] | a st [ÊÉsÌ t] | a st [ÊĂ€Étʰ] | A st [Êastʰ] |
| Aa sch [ÊaËÊ] | ar s [ÊÉrÉ] | ar s [ÊÉrs] | ar saz [ËÉr.sÉz] | ar s [ÊÉrsÌ ] | ar s [ÊĂ€rÉ] | Ar sch [ÊaÉÌŻÊÊ·] |
| E ngk [ÊÉĆkʰ] | e nde [ÊÉn.dÉ] | e ndi [Êen.di] | a ndijaz [ËÉn.di.jaz] | e ndi [Êen.di] | e nde [ÊÉn.dÉ] | E nde [ÊÉn.dÉ] |
| ĂĂ€ d [ÊÉËtʰ] | er de [ÊÉr.dÉ] | er Äa [Êer.ðÉ] | er ĂŸĆ [Ëer.ΞÉË] | er da [Êer.dÉ] | er de [ÊÉr.dÉ] | Er de [ÊÉÉÌŻ.dÉ] |
| D e stel [Ëdes.tʰÉl] | d i stel [ËdÉȘÉ.tʰÉl] | Ä i stil [Ëðis.til] | ĂŸ i stilaz [ËΞis.ti.lÉz] | d i stil [ËdisÌ .til] | d i stel [ËdÉȘÉ.tʰÉl] | D i stel [ËdÉȘs.tʰÉl] |
| L ee d [leËtʰ] | l ie t [liÉÌŻtʰ] | l io ĂŸ [lioÌŻÎž] | l eu ĂŸÄ
[ËleuÌŻ.ΞÉÌ] | l io t [lioÌŻt] | l ie t [liÉÌŻtʰ] | L ie d [liËtʰ] |
| Rh i ng [ÊÉȘĆ] | R Ä« n [riËn] | R Ä« n [riËn] | R Ä« naz [ËriË.nÉz] | R Ä« n [riËn] | R Ä« n [riËn] | Rh ei n [ÊaÉȘÌŻn] |
| m i [mi] | m Ä« n [miËn] | m Ä« n [miËn] | m Ä« naz [ËmiË.nÉz] | m Ä« n [miËn] | m Ä« n [miËn] | m ei n [maÉȘÌŻn] |
| W ie v [viËf] | w Ä« f [viËf] | w Ä« f [wiËf] | w Ä« bÄ
[ËwiË.ÎČÉÌ] | w Ä« p [wiËp] | w Ä« p [viËpʰ] | W ei b [vaÉȘÌŻpʰ] |
| D o nner [dÉ.nÉ] | d o ner [dÉ.nÉr] | Ä o nar [ðo.nÉr] | ĂŸ u nraz [ËΞun.rÉz] | d o nar [Ëdo.nÉr] | d o ner [ËdÉ.nÉr] | D o nner [ËdÉ.nÉ] |
| O vend [ËÊÉË.vÉntʰ] | Ä vent [ËÊÉË.vÉntʰ] | Ä vanĂŸ [ËÊÉË.vÉnΞ] | Ä banĂŸs [ËÉË.ÎČÉnΞs] | Ä bant [ËÊÉË.bÉnt] | Ä bent [ËÊĂ€Ë.bÉntʰ] | A bend [ËÊaË.bÉntʰ] |
| H ö ll [hĆl] | h e lle [ËhÉl.lÉ] | h e llja [Ëhel.lÊČÉ] | h a ljĆ [ËxÉl.jÉË] | h e lla [Ëhel.lÉ] | h e lle [ËhÉl.lÉ] | H ö lle [ËhĆ.lÉ] |
| R ö dsel [ËÊĆË.ÊŠÉÉ«] | r ĂŠ tsel [ËrÉË.ÊŠÉl] | r Ä disli [ËrÉË.dis.li] | r Ä dislijÄ
[ËrÉË.ðis.li.jÉÌ] | r Ä tisli [ËrÉË.tisÌ .li] | r ĂŠ tsel [ËrÉË.ÊŠÉl] | R Ă€ tsel [ËÊÉË.ÊŠÉl] |
| L o ss [É«os] | l u st [lÊÉtʰ] | l u st [lust] | l u stuz [Ëlus.tuz] | l u st [lusÌ t] | l u st [lÊÉtʰ] | L u st [lÊstʰ] |
| B o ch [boËÏ] | b uo ch [buÉÌŻx] | b uo k [buoÌŻk] | b Ć ks [bÉËks] | b uo ch [buoÌŻÏ] | b uo ch [buÉÌŻx] | B u ch [buËÏ] |
| B ö sch [bĂžÊ] | b u sch [bÊÉ] | b u sk [busk] | b u skaz [bus.kÉz] | b u sk [busÌ k] | b u sch [bÊÊÊ·] | B u sch [bÊÊÊ·] |
| Z ö gel [ËÊŠĂžË.jÉÉ«] | z ĂŒ jel [ËÊŠÊ.jÉl] | t u gil [Ëtu.ÉŁil] | t u gilaz [Ëtu.ÉŁi.lÉz] | z u gil [ËÊŠu.gil] | z ĂŒ gel [ËÊŠÊ.gÉl] | Z ĂŒ gel [ËÊŠyË.gÉl] |
| H u ngk [hÊĆkʰ] | h u nt [hÊntʰ] | h u nt [hunt] | h u ndaz [Ëxun.dÉz] | h u nt [hunt] | h u nt [hÊntʰ] | H u nd [hÊntʰ] |
| K u letsch [kuletÊ] 1 | â | â | â | â | â | â |
| Br u d [bÊuËtʰ] | br Ć t [broËtʰ] | br Ć t [broËt] | br au dÄ
[ËbrÉuÌŻ.ðÉÌ] | br Ć t [broËt] | br Ć t [broËtʰ] | Br o t [bÊoËtʰ] |
| L ĂŒ ck [ËlÊkʰ] | l iu de [ËlyËdÉ] | l iu di [ËliuÌŻ.di] | l iu dÄ«z [ËliuÌŻ.ðiËz] | l iu ti [ËliuÌŻ.ti] | l iu te [ËlyË.tʰÉ] | L eu te [ËlÉÊÌŻ.tʰÉ] |
| Ăh m [ÊyËm] | Ć m [ÊoËm] | Ć heim [ËoË.heiÌŻm] | aw ahaimaz [ËÉ.wÉ.xÉiÌŻ.mÉz] | Ć heim [ËoË.heiÌŻm] | Ć heim [ËÊoË.hÉÉȘÌŻm] | O heim [ËÊoË.haÉȘÌŻm] |
Der Begriff âKuletschâ ist eine Verballhornung von âLakritzeâ, er taucht in den anderen hier aufgefĂŒhrten Sprachen nicht auf.
Im Unterschied zu den meisten mitteldeutschen und den ostoberdeutschen Varianten hat das Kölsche die neuhochdeutsche Diphthongierung der mittelhochdeutschen Langvokale Ä«,Ć«,iu [yË] nicht vollzogen, oder die Diphthonge werden anders gesprochen.
| Mittelhochdeutsch | Kölsch | Neuhochdeutsch | |
|---|---|---|---|
| ÄȘ s [ÊiËs] | Ie s [iËs] | Ei s [ÊaÉȘÌŻs] | In typischen FĂ€llen werden Einzelvokale im Kölschen nicht zu Diphthongen âeiâ, âauâ, âeuâ umgeformt. |
| v Ä« ren [viËrÉn] | f ie re [ËfiËÊÉ] | f ei ern [ËfaÉȘÌŻÉn] | In typischen FĂ€llen werden Einzelvokale im Kölschen nicht zu Diphthongen âeiâ, âauâ, âeuâ umgeformt. |
| h Ć« s [huËs] | H uu s [huËs] | H au s [haÊÌŻs] | In typischen FĂ€llen werden Einzelvokale im Kölschen nicht zu Diphthongen âeiâ, âauâ, âeuâ umgeformt. |
| Ć« s [ÊuËs] | u s [ÊÊs] | au s [ÊaÊÌŻs] | In typischen FĂ€llen werden Einzelvokale im Kölschen nicht zu Diphthongen âeiâ, âauâ, âeuâ umgeformt. |
| h iu te [hyËtʰÉ] | h ĂŒ ck [hÊkʰ] | h eu te [hÉÊÌŻtʰÉ] | In typischen FĂ€llen werden Einzelvokale im Kölschen nicht zu Diphthongen âeiâ, âauâ, âeuâ umgeformt. |
| l iu te [lyËtʰÉ] | L ĂŒ ck [lÊkʰ] | L eu te [ËlÉÊÌŻtʰÉ] | In typischen FĂ€llen werden Einzelvokale im Kölschen nicht zu Diphthongen âeiâ, âauâ, âeuâ umgeformt. |
| w Ä«n [viËn] | W ing [vÉȘĆË] | W ein [vaÉȘÌŻn] | â-einâ (< mhd. â-Ä«nâ) erscheint dabei im Kölschen oft als â-ingâ |
| R Ä«n [riËn] | Rh ing [ÊÉȘĆ] | Rh ein [ÊaÉȘÌŻn] | â-einâ (< mhd. â-Ä«nâ) erscheint dabei im Kölschen oft als â-ingâ |
| m Ä«n [miËn] | m ing [mÉȘĆË] | m ein [maÉȘÌŻn] | â-einâ (< mhd. â-Ä«nâ) erscheint dabei im Kölschen oft als â-ingâ |
| b ou | B au [bÉÊÌŻË] | B au [baÊÌŻ] | Tritt ein Diphthong im Kölschen auf, wird er zumeist anders gesprochen. |
| tr ou men | dr Ă€u me [ËdÊĆÊmÉ] | tr Ă€u men [ËtÊÉÉȘÌŻmÉn] | Tritt ein Diphthong im Kölschen auf, wird er zumeist anders gesprochen. |
| dr Ä« | dr ei [dreÉȘ] | dr ei [draÉȘÌŻ] | Tritt ein Diphthong im Kölschen auf, wird er zumeist anders gesprochen. |
In sehr seltenen FĂ€llen werden Doppellaute â meist im Auslaut â wie im Hochdeutschen ausgesprochen: Schabau [Ă€ËbĂ€ÊÌŻ].
Es gibt auf der anderen Seite aber auch Diphthongierung im Kölschen, das heiĂt, dass ein einzelner Vokal des deutschen Wortes im Kölschen als Diphthong auftritt, z. B. nhd. Ruhe [ËÊuËÉ] zu kölsch Rauh [ÊÉÊÌŻË], neuhochdeutsch Schnee [ÊneË] zu ksh. Schnei [ÊnÉÉȘË], nhd. SoĂe/Sauce [ËzoËsÉ] zu ksh. ZauĂ [ÊŠaÊÌŻs], nhd. flöten [ËflĂžË.tʰÉn] zu ksh. fleute [ËflĆÊÌŻ.tʰÉ], nhd. spritzen [ËÊÊ·pÊÉȘ.ÊŠÉn] zu ksh. spreuze [ËÊpÊĆÊÌŻ.ÊŠÉ], nhd. Spucke [ËÊÊ·pÊ.kʰÉ] zu ksh. SpĂ€u [ÊpĆÊÌŻ]. Meist handelt es sich dabei um fĂŒr das Kölsche typische mittel- und niederfrĂ€nkische Vokalkombinationen (vgl. niederlĂ€ndisch fluiten) oder aber um Lehnwörter (vgl. französisch sauce).
Die âLautfĂ€rbungâ im Vergleich zum Standarddeutschen wechselt mitunter, beispielsweise vom u [Ê] zum geschlossenen, kurzen o [o] (Lust > Loss), vom a [ÉË] zum offenen, langen o [ÉË] (Schlaf > Schlof), oder vom langen, geschlossenen e [eË] zum ĂŒberlangen, offenen Ă€ [ÉË] (Weg > WĂ€ch). Als Faustregel kann gelten, dass diese gleich oder sehr Ă€hnlich in den meisten anderen ripuarischen Sprachen vorliegen.
Die Vokale o, ö, e haben eine besondere Stellung. Gibt es im Hoch- und Niederdeutschen nur zwei Varianten, ein o auszusprechen, nĂ€mlich halbgeschlossen und lang [oË] (Boot, schonen) oder halboffen und kurz [É] (Sommer, noch), so gibt es im Kölschen zusĂ€tzlich die jeweils anderen beiden Kombinationen: halbgeschlossen und kurz [o] (Botz = Hose, Fott = GesĂ€Ă) sowie offen und lang [ÉË] (Zoot = Sorte, Krom = Kram). Ebenso existieren beim ö die vier Varianten: lang und halbgeschlossen [ĂžË] (Bötche = Bötchen), lang und halboffen [ĆË] (Wöbsche = Weste, Wams), kurz und geschlossen [Ăž] (kötte = betteln, öm = um), kurz und offen [Ć] (Kött = Frack). Auch bei e gibt es neben der langen deutschen Variante [eË] (Besen, Weg) die kurze halbgeschlossene Alternative [e] (Kess = Kiste, nemme = nehmen); dazu das im NiederlĂ€ndischen und Hochdeutschen vorkommende Schwa [É], das im Kölschen jedoch gelegentlich zugunsten der Satzmelodie und Betonung verschwindet oder auftaucht (Schwar(re)m = Schwarm, (e)su = so, (e)ne = ein). Das kurze, halboffene [É], e, des Deutschen (Fett, Pelle) unterscheidet sich lautlich im Kölschen nicht vom Ă€, was in der Schreibung selten berĂŒcksichtigt wird.
Die LĂ€nge der Vokale schwankt. Manche kurzen Vokale aus dem Deutschen sind im Kölschen lang: machen ([mĂ€ÏnÌ©])zu maache ([mĂ€ËÏÉ]), Dach ([dĂ€Ï]) zu Daach ([dĂ€ËÏ]). Umgekehrt sind manche lange Vokale des Deutschen im Kölschen kurz: geben ([geËbmÌ©]) zu gevve ([jÉvÉ]), Töne zu Tön. Manchmal ist die LĂ€nge gleich: Apfel ([Ă€pÍĄflÌ©]) zu Appel ([Ă€pʰÉÉ«]), Pfahl ([pʰÉËÉ«]) zu Pohl. Zu beachten ist, dass das Kölsche wie andere ripuarische Sprachen neben zwei seltenen SonderfĂ€llen ĂŒber drei VokallĂ€ngen verfĂŒgt,cite-ref-17[17] im Gegensatz zu nur zwei im Deutschen. In dem Satz âEn Wesp mĂ€ht sich op der WĂ€châ (Eine Wespe macht sich auf den Weg) verdoppelt sich die Dauer des nachfolgenden âĂ€â-Lautes jeweils ungefĂ€hr gegenĂŒber dem vorhergehenden âĂ€â.
Im Gegensatz zu den meisten VokalfÀrbungen weichen die ripuarischen Sprachen hinsichtlich der VokallÀngen stÀrker voneinander ab, insbesondere die mehr niederfrÀnkisch beeinflussten westlichen unterscheiden sich gravierend vom Kölschen. Weitere Vokaleigenschaften sind weiter unten gegen Ende des Abschnitts zum Sprachverlauf beschrieben.
Konsonanten
| Konsonanten des Kölschen | bilabial | labio- dental | alveolar | post- alveolar | alveolopalatal | veolo palatal | palatal | velar | glottal | uvular |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nasale | â m â | | â n â | | | | | Ć | | |
| Plosive | â p â â b â | | â t â â d â | | | | | â k â â g â | ( Ê ) | |
| Affrikaten | | | tÍĄs | tÍĄÊ dÍĄÊ | | | | | | |
| Frikative | | â f â v | â s â z | Ê Ê ÊÊČ | É | ɧ | | â x â â ÉŁ â | h | Ê |
| Approximanten | | | | | | | j | | | |
| Laterale | | | l É« | | | | | | | |
| Vibranten | | | | | | | | | | Ê |
| Regel | Kölnisch | * Urgermanisch | Neuhochdeutsch | Regel |
|---|---|---|---|---|
| AltfrĂ€nkisch [ p ] > DialektfrĂ€nkisch [ f(Ë) ] | schlo f e [ÊlÉËfÉ] | slÄ p anÄ
[slÉËpÉnÉÌ] | schla f en [ÊlaËfÉn] | Urgermanisch [ p ] > Althochdeutsch [ f(Ë) ] |
| AltfrĂ€nkisch [ t ] > DialektalfrĂ€nkisch [ s(Ë) ] | Wa ss er [vÉsÉ] | wa t Ćr [wÉtÉËr] | Wa ss er [vasÉ] | Urgermanisch [ t ] > Althochdeutsch [ s(Ë) ] |
| AltfrĂ€nkisch [ k ] > DialektfrĂ€nkisch [ x(Ë) ] | maa ch e [maËÏÉ] | ma k ĆnÄ
[mÉkÉËnÉÌ] | ma ch en [maÏÉn] | Urgermanisch [ k ] > Althochdeutsch [ x(Ë) ] |
| AltfrĂ€nkisch [ p ] > DialektfrĂ€nkisch [ p ʰ ] | P add [pÉt] | p aĂŸaz [pÉËΞÉËz] | Pf ad [pÍĄfaËtʰ] | Urgermanisch [ p ] > Althochdeutsch [ p f ] |
| AltfrĂ€nkisch [ t ] > DialektfrĂ€nkisch [ ÊŠ ] | z o [ÊŠo] | t Ć [tʰÉ] | z u [ÊŠu] | Urgermanisch [ t ʰ ] > Althochdeutsch [ ÊŠ ] |
| AltfrĂ€nkisch [ ð ] > DialektfrĂ€nkisch [ d ] | d o [do] | ĂŸ Ć« [ΞuË] | D u [du] | FrĂŒhalthochdeutsch [ Ξ ] > Althochdeutsch [ d ] |
| DialektfrĂ€nkisch [ s k ʰ ] > Altkölnisch [ É ] | Fe sch [fÉÉ] | fi sk az [fÉȘskaËz] | Fi sch [fÉȘÊ] | Althochdeutsch [ s k ʰ ] > Mittelhochdeutsch [ Ê ] |
| DialektfrĂ€nkisch [ ÉŁ ] > Altkölnisch [ j ] | G old [joÉ«t] | g ulĂŸÄ
[ÉŁulΞÉÌ] | G old [gÉltʰ] | Urgermanisch [ ÉŁ ] > Althochdeutsch [ g ] |
| DialektfrĂ€nkisch [ ( É- , Ć- , e- , Ăž- , i- , ÉȘ- , Ê- , y- ) x ] > Altkölnisch [ ( É- , Ć- , e- , Ăž- , i- , ÉȘ- , Ê- , y- ) É ] | i ch [ÉȘÉ] | i k [ik] | i ch [ÉȘç] | Althochdeutsch [ ( É- , Ć- , e- , Ăž- , i- , ÉȘ- , Ê- , y- ) x ] > Mittelhochdeutsch [ ( É- , Ć- , e- , Ăž- , i- , ÉȘ- , Ê- , y- ) ç ] |
| Altkölnisch [ l ] > Kölsch [ É« ] | Sa l z [zÉËÉ«ts] | sa l tÄ
[saltÉÌ] | Sa l z [zalÊŠ] | % |
| Altkölnisch [ n ] > Kölsch [ Ć ] | mi ng [mÉȘĆ] | mÄ« n az [miËnaËz] | mei n [main] | % |
| Altkölnisch [ Ê ] > Kölsche Elision des [ r ] | Gaade [jÉËdÉ] | ga r dĂŽ [ÉŁÉrdÉ] | Ga r ten [gaÊtʰÉn] | Neuhochdeutsch [ r ] (mehrheitlich) > Neuhochdeutsch (20. Jahrhundert) [ Ê ] (mehrheitlich) |
| Fremdsprache [ s- ] > Kölnisch [ ÊŠ- ] | Z auĂ [ÊŠauËs] | s auce [soËs] (französisch) | S auce [zoËsÉ] | Fremdsprache [ s- ] > Neuhochdeutsch [ z- ] |
| Legende: ganz/teilweise gefĂ€rbte Zeilen = Zweite Lautverschiebung (Phasen 1â4) und eine weitere Lautverschiebung: blau = Phase 1 ( Frikativierung ); gelb = Phase 2 ( Aspiration , Affrizierung ); grĂŒn = Phase 4 (= Plosivierung ); rot = Phase 5 ( Palatalisierung ) | Legende: ganz/teilweise gefĂ€rbte Zeilen = Zweite Lautverschiebung (Phasen 1â4) und eine weitere Lautverschiebung: blau = Phase 1 ( Frikativierung ); gelb = Phase 2 ( Aspiration , Affrizierung ); grĂŒn = Phase 4 (= Plosivierung ); rot = Phase 5 ( Palatalisierung ) | Legende: ganz/teilweise gefĂ€rbte Zeilen = Zweite Lautverschiebung (Phasen 1â4) und eine weitere Lautverschiebung: blau = Phase 1 ( Frikativierung ); gelb = Phase 2 ( Aspiration , Affrizierung ); grĂŒn = Phase 4 (= Plosivierung ); rot = Phase 5 ( Palatalisierung ) | Legende: ganz/teilweise gefĂ€rbte Zeilen = Zweite Lautverschiebung (Phasen 1â4) und eine weitere Lautverschiebung: blau = Phase 1 ( Frikativierung ); gelb = Phase 2 ( Aspiration , Affrizierung ); grĂŒn = Phase 4 (= Plosivierung ); rot = Phase 5 ( Palatalisierung ) | Legende: ganz/teilweise gefĂ€rbte Zeilen = Zweite Lautverschiebung (Phasen 1â4) und eine weitere Lautverschiebung: blau = Phase 1 ( Frikativierung ); gelb = Phase 2 ( Aspiration , Affrizierung ); grĂŒn = Phase 4 (= Plosivierung ); rot = Phase 5 ( Palatalisierung ) |
Besonders im Auslaut ist das l (wie in die âAalâ â die âAlteâ) dunkel gefĂ€rbt (FachausdrĂŒcke: âUvularisierungâ, bzw. velarisiert, Ă€hnlich dem Englischen l in âwellâ).
Das âichâ-ch scheint fĂŒr ungeĂŒbte Ohren zu sch zu werden: isch, wischtisch, Bööscher. TatsĂ€chlich aber handelt es sich beim kölschen âIch-Lautâ um eine deutlich unterscheidbare Variante des sch, die bei gleicher Artikulationsstelle mit entrundeten Lippen gesprochen wird, ebenso wie das englische Pendant.cite-ref-18[18] Es handelt sich also fĂŒr Nicht-Kölner um Allophone, wĂ€hrend es sich fĂŒr den Kölner um zwei unterschiedliche Phoneme zu handeln scheint. Die hĂ€ufiger zu beobachtende Tatsache, dass Kölner im Hochdeutschen statt eines âschâ ein âchâ sprechen (âTichâ statt âTischâ, âFichâ statt âFischâ usw.), ist jedoch kein Ausdruck des Unterschieds zwischen kölschem Ich-Laut und hochdeutschem âschâ, sondern eher als Hyperkorrektismus zu werten und wird als ârheinische sch-Phobieâ bezeichnet. VerstĂ€rkt oder provoziert wird/wurde dieser vermutlich durch angrenzende Dialekte (Bönnsch, SĂŒdbergisch, teilweise SiegerlĂ€ndisch), die im Vergleich zum Hochdeutschen eine Umlautung hin zum âichâ-ch haben.
Wenn auch der klare phonetische Unterschied fĂŒr die Wortunterscheidung (Pech â Pesch) praktisch keine Rolle spielt, sollte er sich um der Erkennbarkeit der Wörter willen und aus etymologischen GrĂŒnden auch im Schriftbild wiederfinden. Eine scheinbar lautgerechte Schreibweise mit sch stört den Lesefluss empfindlich. FĂŒr diesen Laut ist kein spezielles Zeichen in der IPA-Lautschrift festgelegt. Nach den IPA-Empfehlungen von 1949 hĂ€tte sich âÂŁâ angeboten.cite-ref-19[19] In neueren Veröffentlichungen findet man â[â Éâ ]â (Unicode: U+0255), den stimmlosen alveolopalatalen Frikativ, und den stimmlosen velopalatalen Frikativ â[â ɧâ ]â (Unicode: U+0267)
Anlautendes g wird immer wie j als palatales [j] gesprochen: nhd. Gold zu ksh. Gold [joÉ«t], so auch vor Konsonanten: nhd. GlĂŒck zu ksh. Glöck [jlĂžk], nhd. GruĂ zu ksh. GroĂ [jÊoËs], ebenso am Silbenanfang nach hellen Vokalen sowie l und r: nhd. fliegen zu ksh. fleege [ËfleË.jÉ], nhd. Morgen zu ksh. Morge [ËmÉÉÌŻ.jÉ], nhd. Galgen zu ksh. Galge [ËjÉÉ«Ë.jÉ]. Nach dunklen Vokalen wird es in der Regel als velares [ÉŁ] ausgesprochen: nhd. Magen zu Mage [ËmÉË.ÉŁÉ].
Auslautendes g wird nach dunklen Vokalen als [Ï], nach hellen Vokalen als [É] gesprochen: nhd. Zug zu ksh. Zog [ÊŠoËÏ], nhd. Schlag zu ksh. Schlag [ÊÉ«ÉËÏ]; nhd. ewig zu ksh. iwig [ËÊiË.vÉȘÉ].
Intervokalisches oder auslautendes b des Hochdeutschen ist in der Regel beim altfrĂ€nkischen [v] bzw. [f] geblieben: nhd. geben zu ksh. gevve [Ëje.vÉ], nhd. Scheibe [ËÊÊ·Ă€ÉȘÌŻ.bÉ] zu ksh. Schiev [ÊiËf], nhd. bleibt zu ksh. bliev [bÉ«iËf], nhd. ab zu ksh. av [ÊÉf], nhd. ob zu ksh. ov [Êof].
Das stimmhafte [d] wurde nicht wie beim Hochdeutschen regelmĂ€Ăig zum stimmlosen [t] verschoben: nhd. Tisch zu ksh. Desch [deÉ], nhd. tun zu ksh. don [don], nhd. Traum zu ksh. Droum [dÊÉÊÌŻm].
Anlautendes [s] wurde bei Fremdwörtern mit einem stimmlosen [s] im Anlaut regelmĂ€Ăig zur Affrikate [ÊŠ]: nhd. Suppe zu ksh. Zupp [ÊŠÊpʰ], nhd. SoĂe zu ZauĂ [ÊŠÉÊÌŻs], nhd. sortieren zu ksh. zoteere [ÊŠÉ.ËteË.ÊÉ].
Ein intervokalisches ss wird auch nach kurzem Vokal ĂŒberwiegend stimmhaft gesprochen (vgl. deutsch: Fussel, Dussel): nhd. lesen zu ksh. lese [ËlÉ.zÉ], nhd. Restchen zu ksh. NĂŒsel [ËnÊ.zÉl], nhd. Konsole zu ksh. Possument [pÉ.zÊ.ËmÉntʰ], â(sich) darstellen, mit Bedacht platzierenâ zu ksh. possumenteeere usw.
Ein -eit(-) oder -eid(-) im heutigen Deutsch entspricht im Kölschen sehr oft -igg: nhd. schneiden zu ksh. schnigge, lĂ€uten zu ksh. lĂŒgge, nhd. weit zu ksh. wigg, nhd. Zeit zu ksh. Zigg. Kann man das Wort nicht erweitern, wird es am Wortende zu ck, nhd. Leute zu ksh. LĂŒck. (vgl. wigg, wigger oder Zigg, Zigge) Dieses Palatalisierung genannte PhĂ€nomen trifft man auch in andern Wörtern wie nhd. Wein zu ksh. Wing, nhd. braun zu ksh. brung, nhd. Ende zu ksh. Engk usw.
Das pf ist im Kölschen nie entstanden, stattdessen wird meist das sprachgeschichtlich Ă€ltere plosive [p] gesprochen: nhd. Pferd zu ksh. PÀÀd [pÉËt], nhd. Pfeife zu ksh. Pief, nhd. Schnupfen zu ksh. Schnups oder Schnuppe. Dies ist einer der Bereiche, in dem das Kölsch, wie alle ripuarischen Sprachen, dem NiederfrĂ€nkischen bis heute nĂ€her geblieben ist als dem sich entwickelnden Hochdeutschen. Allerdings gibt es auch einige FĂ€lle, in denen das Kölsche nicht beim NiederfrĂ€nkischen p blieb, ohne dem Deutschen zum pf zu folgen; in der Summe dieser FĂ€lle geht es weiter, als alle andern ripuarischen Sprachen; Beispiele dafĂŒr sind Kupfer > Koffer [Ëko.fÉ], nhd. Pflanze zu ksh. Flanz (auch Planz), nhd. pfuschen zu ksh. fuutele usw.
Tritt im Deutschen ein r vor anderen Konsonanten auf, wird im Kölschen der vorhergehende Vokal meist verlĂ€ngert und das r fĂ€llt weg: nhd. Garten zu ksh. Gaade [ËjÉË.dÉ], nhd. Karte zu ksh. Kaat, nhd. gern zu ksh. gÀÀn [jÉËn], nhd. Durst zu ksh. Doosch. Im Regiolekt wird das r mitunter als [Ï] gesprochen (Gachten, Kachte, Duchst).
Einige Konsonanten-Aggregationen, insbesondere bei Fremdwörtern, werden ins Kölsche nicht ĂŒbernommen und durch mit der ripuarischen Satzmelodie vertrĂ€glichere ersetzt: Porzellan > Posteling [pÉs.tÉ.ËlÉȘĆ], dabei sind sowohl Elisionen, als auch Metathesen, und, wie im Beispiel, Kombinationen davon zu beobachten.
Liquide, wie l, m, n, ng, sowie s, Ă, sch, v, seltener j, werden im Kölschen oft wesentlich lĂ€nger gesprochen als im Hoch- und NiederlĂ€ndischen. Diese Gemination ist einerseits den Satzmelodien geschuldet, anderseits hin und wieder auch ein prosodisches Stilmittel, das fĂŒr Betonungen und gegebenenfalls den Transport von kleinen Bedeutungsvarianten in Wortgruppen benutzt wird. Eine hĂ€ufig zu beobachtende rhythmische Eigenschaft der Sprache ist, dass kurzen Vokalen vielfach eher lange Konsonanten folgen, wĂ€hrend die Konsonanten nach Vokalen mittlerer LĂ€nge kĂŒrzer ausfallen, so dass fĂŒr etliche Silben in Folge die jeweilige SilbenlĂ€nge nahezu identisch bleibt. DarĂŒber hinaus können kurze Silben oft im VerhĂ€ltnis 1:2 kĂŒrzer ausfallen als die ĂŒbrigen und tauchen gern gruppiert auf, was die Kölsche Sprache gut singbar erscheinen lĂ€sst (vergleiche etwa den Refrain des Liedes âViva Coloniaâ der Höhner).
AuffĂ€llig ist fĂŒr die ripuarischen Mundarten und somit auch fĂŒr das Kölsch, dass die stimmlosen Plosivlaute p, t und k wie im benachbarten NiederlĂ€ndischen oder in den romanischen Sprachen im Gegensatz zur deutschen Standardlautung ohne Aspiration gesprochen werden.
Die stimmlosen Plosivkonsonanten des Kölschen werden bei der Verlagerung in die Wortmitte, bei VerlĂ€ngerung und (im Gegensatz zum Deutschen, jedoch Ă€hnlich der französischen Liaison) ebenfalls bei vielen WortĂŒbergĂ€ngen nach stimmhaft umgelautet. Typisch sind die ĂbergĂ€nge [t] > [d], [k] > [g], [p] > [b], (stimmloses) sch > sch (stimmhaft), [É] > [Ê], seltener [f] > [v]. Beispiele: nhd. Akkordeon zu ksh. âdie Quetsch und der QuetschebĂŒggelâ (mit stimmhaftem sch!), einer sagt: âich geheâ zu ksh. âich gonnâ, ein anderer will nicht mit: âich aber nichtâ zu ksh. âich Ă€vver nitâ (mit stimmhaftem ch und wie ein Wort klingend), oder: âes gelingt ihm (nicht)â zu ksh. âdĂ€ pack datâ, âdĂ€ pack et nitâ (mit stimmhaftem [g]). Die jeweilige Sprach- oder Satzmelodie hat einen bestimmenden Einfluss auf das Fehlen oder Vorkommen solcher wortĂŒbergreifenden Anpassungen. Sehr Ă€hnlich der französischen Variante der Liaison tauchen getilgte Konsonanten zwischen solchermaĂen verbundenen Worten manchmal wieder auf: Oben im Schrank = Bovve, em Schaaf; jedoch: âOben in den Schrank hineinlegenâ zu ksh. âBovve(n) en der Schaaf lĂ€geâ; âSie finden dortâŠâ zu ksh. âEhr fingt doâŠâ, âdort finden SieâŠâ zu ksh. âdo fingt EhrâŠâ (mit stimmhaftem [d]). Gelegentlich werden auch kurze Epenthesen zwischen Worten der Liaison eingeschoben, einzeln gesprochen, also betont: âdie Alteâ = âde Aalâ, im Satzfluss jedoch: âDie Alte war es nicht.â zu ksh. âDie Aal wor et nit.â [diËjÉËÉ« vÉËÊÉt nÉȘt] â sofern die Betonung weder auf âdieâ noch auf âAalâ liegt.
Unverschobene Formen
Das Kölsche weist eine Handvoll Wörter auf, welche die fĂŒr den ripuarischen Sprachraum geltenden Lautverschiebungen nicht vollzogen haben. Einige der unten aufgefĂŒhrten Beispiele sind jedoch im Aussterben begriffen, oder werden seit mehreren Jahrhunderten nicht mehr benutztcite-ref-20[20]cite-ref-21[21]cite-ref-22[22]:
| Lautwandlung | Kölsch | Standarddeutsch |
|---|---|---|
| AltfrĂ€nkisch [ k ] > DialektfrĂ€nkisch [ x(Ë) ] | Bokweis | Buchzweizen |
| | Sök/söke | Suche/suchen |
| AltfrĂ€nkisch [ p ] > DialektfrĂ€nkisch [ f(Ë) ] | Hölp/helpe | Hilfe/helfen |
| | Schepper (heute ausschlieĂlich Scheffer ) | Schiffer |
| AltfrĂ€nkisch [ t ] > DialektfrĂ€nkisch [ ÊŠ ] | setten/jesatt (heute ausschlieĂlich satz / jesatz ) | setzten/gesetzt |
| AltfrĂ€nkisch [ t ] > DialektalfrĂ€nkisch [ s(Ë) ] | Schottel | SchĂŒssel |
Grammatik
Artikel
Bestimmte Artikel
Im Gegensatz zum Deutschen hat das Kölsche zwei AusprÀgungen der bestimmten Artikel. Diese werden unterschiedlich verwendet.
* Hier der âVon-Dativâ als Ersatzform fĂŒr den besitzanzeigenden Genitiv
Unbetonte Form
Die unbetonte Form wird verwendet, wenn das jeweilige Substantiv nicht besonders betont oder hervorgehoben werden soll. Dies tritt u. a. in folgenden Situationen auf:
âą Wenn im Allgemeinen gesprochen wird: Der / Dâr Minsch kann all, wat hĂ€ well. (Der Mensch kann alles, was er will.)
âą Wenn das Substantiv einmalig ist: De ĂĂ€d es rund. (Die Erde ist rund.)
âą Bei Eigennamen: Der / Dâr Jupp wonnt en Kalk. (Josef wohnt in Kalk.)
Im Kölschen werden Eigennamen immer mit dem Artikel genannt, was sich auch in den hochdeutschen Sprachgebrauch vieler Kölner ĂŒbertragen hat. Weibliche Vornamen tragen immer den Artikel im Neutrum:
Et ZĂŒff es om NĂŒĂŒmaat. ( Sophia ist auf dem Neumarkt.)
Betonte Form
Die betonte Form gleicht in vielen FĂ€llen einem Demonstrativpronomen, da er vor allem bei der Betonung von Substantiven verwendet wird:
DÀ Mann hÀt die Frau bestolle. (Der Mann hat die Frau bestohlen.)
Sie wird auch benutzt, wenn auf einen bestimmten unter mehreren möglichen oder einen bereits bekannten Gegenstand Bezug genommen wird:
Es et dat Enkelche? (Ist es dieses Enkelchen?)
Hier oben spricht man ĂŒber einen bestimmten Enkel der Person. Wenn der betonte Artikel in dem Beispiel umgekehrt benutzt wird (Es dat et Enkelche?), wird nicht nach einem bestimmten, sondern einem beliebigen Enkel gefragt.
Unbestimmter Artikel
| Singular | Maskulinum | Femininum | Neutrum |
|---|---|---|---|
| Nominativ | ene | en | e |
| Genitiv | vun enem | vun ener | vun enem |
| Dativ | enem | ener | enem |
| Akkusativ | ene | en | e |
Der unbestimmte Artikel hat hier die gleiche Verwendung wie im Deutschen. In der gesprochenen Sprache wird das âeâ am Anfang oft getilgt.
Genus
Das Genus entspricht in vielen FĂ€llen dem des Deutschen, es existieren jedoch einige Ausnahmen, die allerdings aufgrund des hochdeutschen Einflusses immer mehr verschwinden. Hier eine Auswahl:
| Kölsch | Hochdeutsch |
|---|---|
| De Aap | Der Affe |
| De Baach | Der Bach |
| Et Backe | Die Backe |
| Der Brell | Die Brille |
| De Fluh | Der Floh |
| De Muul | Das Maul |
| De Rav | Der Rabe |
| Et Schlot | Der Salat |
| De Schuur | Der Schauer |
| De Spann | Der Spann |
| Et Speck | Der Speck |
Das kann sehr weit gehen: De Aap sorgt dafĂŒr, dass ein Mann dieses Spitznamens selbstverstĂ€ndlich mit dem weiblichen Artikel belegt wird, auch wenn sein Geschlecht im Ăbrigen mĂ€nnlich bleibt (Constructio ad sensum): âDie Aap hĂ€t singe Schwejevatte verkammesöhltâ (nicht: âihre Schwejevatteâ). JĂŒngere Wortneuschöpfungen haben manchmal kein klares Wortgeschlecht: der Auto, de Auto. âEt Autoâ wurde erst allmĂ€hlich in den 1960er und 1970er Jahren aus dem Standardhochdeutschen ĂŒbernommen. Wie schon oben erwĂ€hnt, tragen weibliche Vornamen den Artikel im Neutrum. Je nach Artikel kann den Wörtern ein Bedeutungsunterschied zukommen, wie bei der Kall (Gerede) und de Kall (Rinne).
Substantive
| Genus | Kasus | Singular | Plural |
|---|---|---|---|
| m. | Nominativ | der Mann | de MĂ€nner |
| m. | Genitiv | vum Mann | vun de MĂ€nner |
| m. | Dativ | dem Mann | de MĂ€nner |
| m. | Akkusativ | der Mann | de MĂ€nner |
| | | | |
| f. | Nominativ | de Frau | de Fraue |
| f. | Genitiv | vun der Frau | vun de Fraue |
| f. | Dativ | der Frau | de Fraue |
| f. | Akkusativ | de Frau | de Fraue |
| | | | |
| n. | Nominativ | et Huus | de HĂŒser |
| n. | Genitiv | vum Huus | vun de HĂŒser |
| n. | Dativ | dem Huus | de HĂŒser |
| n. | Akkusativ | et Huus | de HĂŒser |
Das Kölsche ist geprÀgt von Vereinfachungen im Vergleich zur Grammatik des (historischen) Hochdeutschen. Es gibt drei Kasus; der Genitiv existiert nur in einigen Wendungen wie Modderjoddes (Mutter Gottes). Die Verben und Wendungen mit einem Genitivobjekt haben im Kölschen fast immer ein Dativobjekt:
Trotz dem RÀhn (Trotz des Regens). Der Genitiv als Besitzanzeige wird mit der PrÀposition vun + dem Dativ gebildet: DÀ Kopp vum (vun dem) Tring (Katharinas Kopf).
Der Einfachheit halber wurde dieser Genitiv in den Tabellen ergĂ€nzt. Diese nach Bastian Sick auch als âVonitivâ (Kofferwort aus âvonâ und âGenitivâ)cite-ref-23[23] bezeichnete Form wird manchmal auch im Hochdeutschen verwendet.
Es existiert eine weitere Möglichkeit, den Besitz einer Person anzuzeigen, nĂ€mlich mithilfe des Possessivpronomens: Mingem Broder si Huus. (wörtl.: âMeinem Bruder sein Hausâ). Diese Konstruktion existiert im Hochdeutschen nicht. Auch fĂ€llt auf, dass im Gegensatz zum Deutschen den Wörtern in den verschiedenen FĂ€llen keine zusĂ€tzlichen Buchstaben angehĂ€ngt werden. Nominativ und Akkusativ sind sogar in allen Genera identisch.
Die Pluralbildung erfolgt am hĂ€ufigsten durch -e: das Pferd, die Pferde > dat PÀÀd, di PÀÀde; oder -(e)re: Das Ding, die Dinger > dat Ding, die Dinge/Dingere; seltener durch -te: der junge Mann, die jungen MĂ€nner > dĂ€ Poosch, di Pooschte; noch seltener durch -(ch/t/k)(e)r: die Gruppe/Leute, die Gruppen von Leuten > di LĂŒck, di LĂŒckcher; oder -(e)n: die TĂŒr/das Tor, die TĂŒren/Tore: di Pooz, de Poozen, der Schuh/die Schuhe: dĂ€ Schoh, di Schohn (geschlossenes o); bei Lehn- und Fremdworten auch wie im Original mit -s: der Code, die Codes > dĂ€ Kood, di KoodĂ; oder unregelmĂ€Ăig und durch Umlautung: der Pfahl, die PfĂ€hle > dĂ€ Pohl, di Pöhl (offenes ö); der Sarg, die SĂ€rge > dĂ€ Sarrsch, di SĂ€rrsch; durchaus auch ohne Entsprechung im Deutschen, wie: der Hund, die Hunde > dĂ€ Hongk, di Höngk (geschlossenes o und ö).
Auch identische Formen fĂŒr Ein- und Mehrzahl sind anzutreffen: der Kuchen, die Kuchen > dĂ€ Koche, die Koche (langes geschlossenes o mit SchĂ€rfung), der Hund, die Hunde > dĂ€ Möpp, die Möpp(e), der Schein, die Scheine > dĂ€ Sching, die Sching; sowie gelegentlich Kombinationen der Umlautung mit dem AnfĂŒgen von Endungen, das Scheit, die Scheite > dat Holz, di Hölzer (gutturalisiertes, geschlossenes o/ö).
Verkleinerungsformen sind hĂ€ufig anzutreffen und werden im Singular mit -che oder -je gebildet, je nach vorangehendem Laut: WĂ€gelchen > WĂ€jelche, TĂ€sschen > TĂ€Ăje. Im Plural wird ein r angehĂ€ngt: mehrere Vögelchen > FĂŒjjelcher.
Eigennamen, vor allem Familiennamen, bilden einen dem alten deutschen Genitiv Ă€hnliche adjektivische Sonderform: die Katharina PĂŒtz > et Pötze KĂ€tt; Familie Schmitz > de Schmitzens; die Kinder der Familie oder Sippschaft LĂŒckerath > de LĂŒkerohts PĂ€nz; die Familie Fahls mit Freunden und Verwandten > dat Fahlses Schmölzje. Auch bei Spitznamen und sozialen Rollenbezeichnungen: MĂŒllers Aap; de Fuzzbroojschs Mamm.
Bei Orts- und Landschaftsnamen bildet das Deutsche eine undeklinierte adjektivĂ€hnliche Form, die mit -er endet.cite-ref-24[24] Die kennt das Kölsche auch, allerdings mit etwas komplizierteren Bildungsregeln und weniger AnwendungsfĂ€llen: Deutzer Bahnhof > DĂŒxer Baanhoff, Göttinger UniversitĂ€t > Jöttinger Uni und nicht *Göttingener; jedoch: Olper StraĂe > Olpener StrohĂ; Eifeler StraĂe, Eifeler Bauer > EejfelstrohĂ, Eejfelbuur; Bonner MĂŒnster > et bönnsche Mönster, aber: Bonner StraĂe > Bonner StrohĂ (mit geschlossenem o). Von den deutschen Regeln abweichend gebildete StraĂennamen sind in hochdeutscher Schreibung und Lautung vielfach die offiziellen, vom Rat beschlossenen Namen im Stadtgebiet.
Der Infinitiv endet bei vielen kölschen Verben auf -e: setze (setzen). Es sind aber auch Verben mit der Endung -n zu finden: sinn (sein), stonn (stehen).
Verben
Konjugation
PrÀsens
Wie im Deutschen gibt es im Kölschen regelmĂ€Ăige und unregelmĂ€Ăige Verben. Die regelmĂ€Ăigen lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Die erste Gruppe sind die Verben, deren WortstĂ€mme auf -r, -l, -n, oder einem Vokal enden. Diese werden folgendermaĂen konjugiert:
| Person | Pronomen | Verb |
|---|---|---|
| 1. Pers. Sg. | ich | spill e |
| 2. Pers. Sg. | do | spill s |
| 3. Pers. Sg. | hÀ/se/et | spill t |
| 1. Pers. Pl. | mer | spill e |
| 2. Pers. Pl. | ehr | spill t |
| 3. Pers. Pl. | se | spill e |
| Höflichkeitsform Sg. und Pl. | Ehr | spill t |
| Imperativ Sg. | | spill! |
| Imperativ Pl. | | spill t ! |
Die zweite Gruppe sind alle anderen regelmĂ€Ăigen Verben. Diese sind identisch mit der ersten, jedoch fehlt bei denen bei der 3. Person Singular das -t. Bsp.: HĂ€ kĂ€ch. Allerdings gibt es, je nach Endung des Wortstammes, auch Ausnahmen:
âą -dd: Wegfall eines d in der 2. Pers. Pl.: ehr tredt statt eht treddt
âą -t: Beibehaltung des Wortstammes in der 2. Pers. Pl.: ehr kaat statt ehr kaatt.
⹠-cht: Wegfall des t in der 2. und 3. Pers. Sg.: do bichs, hÀ bich statt do bichts, hÀ bicht.
⹠Kurzvokal + st: Umwandlung des t zu einem s in der 2. und 3. Pers. Sg.: do koss, hÀ koss statt do kosts, hÀ kost.
⹠Langvokal + st: Wegfall des t im Stamm in der 2. und 3. Pers. Sg.: do taas, hÀ taas statt do tassts, hÀ taast.
⹠-ft: Umwandlung des t in ein f in der 2. und 3. Pers. Sg.: do döffs, hÀ döff statt do döfts, hÀ döft.
⹠-ng: AnhÀngen eines k in der 3. Pers. Sg.: hÀ drÀngk statt hÀ drÀng.
âą -m: AnhĂ€ngen eines p in der 3. Pers. Sg.: hĂ€ kĂŒĂŒmp statt hĂ€ kĂŒĂŒm.
âą -Ă/-s/-z: Beibehaltung des Wortstammes in der 2. Pers. Sg.: do kros statt do kross.
PrÀteritum
Das PrĂ€teritum oder Imperfekt wird im mĂŒndlichen Sprachgebrauch auĂer bei Hilfsverben oft durch das Perfekt ersetzt. Allerdings gibt es auch im Kölschen eine Möglichkeit, dieses zu bilden:
| Person | Pronomen | Verb |
|---|---|---|
| 1. Pers. Sg. | ich | spill te |
| 2. Pers. Sg. | do | spill tes |
| 3. Pers. Sg. | hÀ/se/et | spill te |
| 1. Pers. Pl. | mer | spill te |
| 2. Pers. Pl. | ehr | spill tet |
| 3. Pers. Pl. | se | spill te |
| Höflichkeitsform Sg. und Pl. | Ehr | spill tet |
Wie im Deutschen sind im Kölschen auch unregelmĂ€Ăige Verben anzutreffen, deren Stammvokale sich bei der Bildung ins Imperfekt Ă€ndern.
Perfekt und Plusquamperfekt
Im Kölschen ist das Perfekt sehr hÀufig anzutreffen, da im Sprachgebrauch das PrÀteritum oft vermieden wird. Es wird mittels des Partizips gebildet und des entsprechenden Hilfsverbs (sin bzw. han). Im Perfekt wird die PrÀsensform des Hilfsverbs gewÀhlt, beim Plusquamperfekt nimmt man das PrÀteritum
| Person | Pronomen | Verb (mit Hilfsverb han ) | Verb (mit Hilfsverb sin ) |
|---|---|---|---|
| 1. Pers. Sg. | ich | han (hatt) jespil t | ben (wor) jerann t |
| 2. Pers. Sg. | do | hÀs (hatts) jespill t | bes (wors) jerann t |
| 3. Pers. Sg. | hÀ/se/et | hÀt (hatt) jespill t | es (wor) jerann t |
| 1. Pers. Pl. | mer | han (hatte) jespill t | sin (wore) jerann t |
| 2. Pers. Pl. | ehr | hat (hatt) jespill t | sid (wort) jerann t |
| 3. Pers. Pl. | se | han (hatte) jespill t | sin (wore) jerann t |
| Höflichkeitsform Sg. und Pl. | Ehr | hat (hatt) jespill t | sid (wort) jerann t |
Sonstiges
Personalpronomen und personenbezogene oder demonstrativbenutzte Artikel reduzieren sich auf die mĂ€nnliche und die sĂ€chliche Form: die Kleine > dat Klein; Darf sie das? > Darf et dat? / Darf dat dat? Es sei denn, man spricht von einer Person, die man siezt: Frau Schmitz > die Schmitz; Kommt sie auch? > KĂŒtt se och? / KĂŒtt die och? Ăhnlich dem NiederlĂ€ndischen ist fĂŒr das Kölsche dabei die Verwendung des Demonstrativpronomens als betonte Personalform typisch: KĂŒtt d'r SchĂ€ng? â Ich denk, hĂ€ kĂŒtt. / Ăvver klor kĂŒtt dĂ€! Gesiezt wird in der Ihr-Form: Wat maat Ăhr/Ehr esu? > Wie lĂ€ufts bei Ihnen?
Eine Besonderheit ist ein im Hochdeutschen unbekannter Reflexiv, der zur Verdeutlichung bestimmter TĂ€tigkeiten verwendet werden kann: Er hatte ein Brötchen gegessen. > DĂ€ hat sijj e BrĂŒdche jejesse. Bei bestimmten Handlungen ist er unvermeidbar: Sie betet gerade. > Et es sijj am Bedde. Er ist vorwiegend anzutreffen, wenn der âNutznieĂerâ oder âGenieĂerâ einer AktivitĂ€t die handelnde Person ist und keine Interaktion mit weiteren Personen stattfindet.
Eine weitere Besonderheit ist das Pronomen er, das wie im NiederlĂ€ndischen fĂŒr eine unbestimmte Anzahl von etwas bestimmtem, vorher Genannten steht. Eine Antwort auf die Frage, wie viel Kinder man habe, könnte lauten: âEch hann_er keinâ < Ich habe keine, niederlĂ€ndisch: âIk heb er geenâ. Als EselsbrĂŒcke kann hier ein antiquiertes Deutsch herhalten: âIch habe ihrer keine.â
Dieser Form Ă€hnlich ist die höfliche Aufforderung, die den direkten Imperativ umgeht: Bitte reichen Sie mir doch einmal das Buch herĂŒber. > Doht mer dorr_ens dat Booch erövver jĂ€vve. Anstelle von âBitteâ sagt der Kölsche lieber âSei(en Sie) so gutâ < âBes/sidd_esu jootâ, was je nach Situation eine Aufforderung einleitet oder ihr angehĂ€ngt wird. Es hat einen starken Unterton der Dankbarkeit, unter anderem mit âEhr sidd_esu joot för mesch.â > âSie sind ja so gut zu mir!â kann man auch seinen Dank abstatten.
Auch gibt es im Kölschen das Vergleichswort âalsâ nicht; stattdessen wird âwieâ benutzt (Besser wie nix statt Besser als nichts).
Das Kölsche kennt das Gerundium, die sogenannte Rheinische Verlaufsform. Er schlĂ€ft gerade. > HĂ€ es am Schlofe. Sie wird fĂŒr andauernde ZustĂ€nde verwendet, die Ă€nderbar sind oder von begrenzter Dauer. FĂŒr fortlaufende Handlungen oder ZustĂ€nde wird die zweite Verlaufsform tun mit Infinitiv verwendet: Er kocht gerne. > HĂ€ deit jÀÀn koche. Sie beschreibt Andauerndes meist grundsĂ€tzlicherer Bedeutung, mit dessen Ănderung nicht, oder wenigstens nicht so bald, gerechnet wird.
Neben den fĂŒr das NiederfrĂ€nkische und Hochdeutsche vor allem ĂŒblichen Substantivformen von Verben, wie: laache > dat Laache (Lachen) oder: blende (blenden) > de Blendung kennt das Kölsche eine weitere, die im Deutschen bei weitem nicht in dem Umfang vorkommt. Aus spöle (spĂŒlen) wird dĂ€ Spöl (das SpĂŒlgut und die Aufgabe des SpĂŒlens), aus wöhle (wĂŒhlen) wird dĂ€ Wöhl (WĂŒhlerei, Durcheinander), aus hanteere (hantieren, handhaben) wird dĂ€ Hanteer (das Hantieren), aus brölle (brĂŒllen, schreien, rufen) wird dĂ€ Bröll (Ruf, (Ge/Auf)schrei, BrĂŒllen, BrĂŒllerei), aus klaafe (reden) wird dĂ€ Klaaf (Unterhaltung) und so weiter. Nicht alle Verben bilden diese Form, aber ungefĂ€hr alle fĂŒr konkrete menschliche TĂ€tigkeiten und Verrichtungen, die ohne Vorsilben auskommen. Zu beachten ist, dass so abgeleitete Wörter immer endungslos und maskulin sind. Also dĂ€ Brand (Brand), de Fahrt (Fahrt) und de Pavei (StraĂenpflaster) passen nicht, aber dĂ€ Pavei (Pflasterarbeit(en)), von paveie (pflastern), entspricht diesem Bildungsgesetz. Es ist auch im NiederfrĂ€nkischen und NiederlĂ€ndischen stark verbreitet.
Sprachverlauf
Endungen (-e, -n, -t) werden meist getilgt: Woche > Woch, MĂ€dchen > MĂ€dche, Macht > Maach, macht > maat, Markt > Maat.
Das Ineinandergreifen von Wörtern, die wie bei der französischen Liaison zusammengezogen werden, kommt hĂ€ufig vor, zum Beispiel: âRĂŒĂŒm der Desch avâ (âRĂ€um den Tisch abâ), wobei das -sch stimmhaft wird (wie in Journal) und in den Anfangsvokal hinein flieĂt, wenn die Betonung in diesem Satz auf dem âTischâ liegt. Dieser Sandhi wird in der Regel beim Schreiben nicht berĂŒcksichtigt. Der bekannte Satz aus dem so genannten âRheinischen Grundgesetzâ âEt es, wie et esâ (Es ist, wie es ist) verweicht das -t fast zu -d, so dass die Liaison besser funktioniert (etwa: âeddĂ©s, wie-eddĂ©sâ, alternative Schreibweise: ed_eĂ wi_ed_eĂ). Wie im Französischen können Wortanteile in der Liaison fortfallen oder abgeĂ€ndert werden: beispielsweise hört man âlommerâ, âsommerâ, das entspricht âloss merâ, âsolle mer?â (Lass uns ⊠Sollen wir?), gelegentlich geschrieben als âlo'merâ, âso'merâ. Insbesondere beim Schnellsprechen können ganze Silben zu einem fast unhörbaren Laut verschmelzen oder ganz verschwinden: ein âKriĂenit!â fĂŒr â[Dat] Kriss De nit!â (Das bekommst Du nicht!) benötigt weniger Zeit, als das entfallene âDatâ, die beiden i-Laute sind extrem kurz, das e fast nicht hörbar. Allerdings fallen in der kölschen Liaison nicht nur Buchstaben oder Silbenteile fort, es können auch Phoneme hinzukommen, was in aller Regel beim Schreiben nicht berĂŒcksichtigt wird. Beispielsweise wird âDi es wi enne Ăsselâ (Sie ist wie ein Esel) etwa gesprochen wie: âDiijéà wijenne Ăsselâ (das ss ist stimmhaft!)
Um den Wortfluss zu vereinfachen, wird einem Wort manchmal ein e vorangestellt oder eingefĂŒgt: so > (e)su, hinauf > (e)rop, herunter/herab > (e)runger/(e)runder/(e)raff, Milch > Mill(e)sch, fĂŒnf, elf, zwölf > fön(ne)f, el(le)f, zwöl(le)f. Anders als in vielen anderen Sprachen (beispielsweise im Japanischen, Italienischen, Französischen und Spanischen) hat das jedoch nichts damit zu tun, dass es etwa als schwierig empfunden wĂŒrde, Worte ohne diesen Anlaut auszusprechen. Im Gegenteil, es ist eine vielfach dem Sprecher ĂŒberlassene Option. Gelegentlich kann die Bedeutung eines Wortes von der Betonung im Satz abhĂ€ngen: âDat hĂ€t dĂ€ (e)su jesaatâ > âDas hat er ausdrĂŒcklich/wörtlich gesagtâ, dagegen âDat hĂ€t dĂ€ (e)su jesaatâ > âDas hat er (wohl) so dahergeplappertâ. Diese âweichenâ Epenthesen dienen gelegentlich dazu, Rhythmus bzw. Melodie von Worten und Satztypen einander anzupassen, sind mindestens ebenso oft reine Stilmittel.
Liquide, wie l, n, ng und seltener m, r, nach nicht-langem Vokal werden im Kölschen oft wie Vokale gedehnt gesprochen. Das ist jedoch wenig durchgehend der Fall und hat praktisch keinen Einfluss auf die Wortbedeutung. Sehr wohl werden damit jedoch das Sprechregister und mögliche Nebenbedeutungen eines Satzes oder Satzteils bestimmt. Zum Beispiel wird in dem Wort âPampaâ (Pampa) das m im Kölschen nach einem kurzen a immer relativ lang gesprochen.
In dem Satz âDo soll dĂ€ doch en de Pampa jonâ (da mag er doch in die Pampa gehen / verschwinden) â ohne besondere Hervorhebung gesprochen â wird man eine relativ sachliche Mitteilung hören, hebt der Sprecher jedoch beim âdeâ die LautstĂ€rke etwas und bei âPampaâ noch ein wenig mehr, gleichzeitig beim a in âPampaâ die Tonhöhe und verlĂ€ngert die LĂ€nge des m in Pampa merklich, und spricht die zweite SatzhĂ€lfte etwas gepresst, so wird daraus eine wĂŒtend-verĂ€chtliche Hinwegweisung hoher EmotionalitĂ€t, die das in der regionalen Umgangssprache verankerte âverpiss dich!â deutlich ĂŒbertrifft.
Die Sprachmelodie ist ausgeprĂ€gter als beim Standarddeutschen. Bei Fragen wird zum Beispiel die vorletzte Silbe weiter in der Tonlage herab gezogen, wĂ€hrend die letzte Silbe sehr viel höher geht, bevor sie wieder etwas abfĂ€llt. Wesentlich mehr als im Hochdeutschen werden ModalitĂ€ten und Nuancen der Bedeutung (bis hin zum Gegenteil!) ĂŒber verĂ€nderte Betonung, zusĂ€tzliche Vokaldehnungen und Wechsel der Stimmlage transportiert. Dazu kommt die sogenannte SchĂ€rfung. Dieses IntonationsphĂ€nomen teilt das Kölsche mit mehreren anderen âWest-Sprachenâ wie Eifeler Platt, Luxemburgisch, SĂŒdniederrheinisch und Limburgisch. (Letzteres in den Niederlanden, Belgien und im Selfkant). Die SchĂ€rfung ist eine besondere Art der Vokalbetonung: Der Stimmton sackt dabei sehr schnell ab, mitunter so stark, dass er fĂŒr einen Sekundenbruchteil unhörbar wird. Ohne SchĂ€rfung geht der Stimmton nur andeutungsweise nach unten und kehrt sofort wieder nach oben zurĂŒck. Die SchĂ€rfung ist hin und wieder sogar bedeutungsunterscheidend: âschlÀÀchâ (schlÀÀch) ohne SchĂ€rfung bedeutet âschlechtâ, âSchlĂ€gâ (schlÀÀhch) mit SchĂ€rfung bedeutet âSchlĂ€geâ. Auf einen kurzen Vokal folgende Liquide (l,m,n,ng,r) werden vielfach in den Tonverlauf der SchĂ€rfung einbezogen und bilden somit eine Art tonalen Diphthong,cite-ref-25[25] etwa in âJeldâ (Geld) und âJoldâ (Gold), âHungkâ (Hund), âOrjelâ (geschlossenes O) (Orgel) usw.
Die Ăberlagerung von Wortmelodie und Satzmelodie verleiht dem Kölschen seinen typischen âSingsangâ.
Varianten
Stadtkölsch
Das heutige Kölsche ist historisch aus einer andauernden Vermischung und Ăberlagerung unterschiedlicher Sprachströmungen entstanden, sicher ist das eine Ursache fĂŒr seinen Formenreichtum. Kölns zweitausendjĂ€hrige Position als Handelsmetropole, die Ăffnung zum damaligen Umland und Eingemeindungen der letzten zweihundert Jahre haben unterschiedliche Sprachen zusammengebracht, die zum Teil heute noch nachwirken, so dass Formen nebeneinander existieren, benutzt und verstanden werden, ohne noch einer bestimmten Herkunft innerhalb des jetzigen Stadtgebietes zugeordnet zu werden, wiewohl das in EinzelfĂ€llen möglich ist.cite-ref-26[26] So kann man treppab als âde Trebb_erafâ âde Trepp (e)runderâ âde Trepp (e)rungerâ gehen und mit âde Trap (e)ropâ wie âde Trebb_eropâ wieder nach oben steigen und âMing Auto, Ding Autoâ genauso gut wie âmi Auto, di Autoâ sagen (mein Auto, Dein Auto)cite-ref-27[27] und ebenso âblich, Blich, blicheâ wie âbleich, Bleich, bleicheâ fĂŒr deutsch bleich, Bleiche, bleichen.cite-ref-28[28] Man beachte, dass trotz der gleichen Schreibung bei zweien im zweiten Fall, die Aussprache der kölschen Wörter so erheblich von der der deutschen Wörter abweicht, dass sie von einem Unkundigen kaum einander zuzuordnen sind.
Auf jeden Fall entwickelt sich die kölsche Lexik auf das Hochdeutsche zu und legt alte StĂ€mme und Formen ab. So kennzeichnet etwa Adam Wrede, der einen Sprachstand von um 1870 bis um 1950 gesammelt hat, einen nicht unerheblichen Teil der in seinem Wörterbuch erfassten Wörter als veraltend oder veraltet. Es ist wahrscheinlich, dass zugleich Anteile der Grammatik verschwinden, darauf deutet zumindest ein Vergleich hin zwischen den von Fritz Hönig 1877 und 1905 angefĂŒhrten 435 verschiedenen Konjugationen mit der Grammatik von Christa Bhatt und Alice Herrwegen aus dem Jahr 2005, die 212 Konjugationen verzeichnet.
Landkölsch
â
Hauptartikel
:
Landkölsch
Die landkölschen Dialekte des unmittelbaren Umlandes machen eine Ă€hnliche Entwicklung langsamer durch und befinden sich daher in einem frĂŒheren Stadium. Sie sind meistens durch phonologische Merkmale recht gut vom Dialekt zu unterscheiden. Lediglich im Norden Kölns findet man auf beiden Rheinseiten gröĂere stadtkölsch sprechende Gebiete.
Wie weit ins Umland hinein, und ob benachbarte Dialekte noch als âKölschâ wahrgenommen werden, hĂ€ngt vielfach von der Position des Betrachters ab und wird dementsprechend uneinheitlich gehandhabt.
Sonstiges Kölsch
Im Bezirk Dane County im Staat Wisconsin (USA) wurde vor einem Jahrhundert neben anderen Sprachen auch eine lokale Variante des Kölschen gesprochen. Noch 1968 gab es mindestens einen Sprecher, der seine Muttersprache aber nicht an seine Kinder weitergab.cite-ref-29[29]
Kölsche Vokabeln
Was das Erlernen des Kölschen erschwert, sind die Sondervokabeln, die nieder- und hochdeutsche, aber auch lateinische, französische, niederlĂ€ndische und spanische EinflĂŒsse aufweisen. Einige Vokabeln werden nur im Kölner Raum verwendet und stehen als isolierte Wörter, die kein anderer Dialekt aufweist. Diese werden allerdings im allgemeinen Sprachgebrauch zunehmend weniger. Beispiele fĂŒr Vokabeln sind:
| Standarddeutsch | Kölsch | Wortherkunft | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Abstellraum, winziges Zimmer, Klause | Kabuff, KabĂŒffje | entweder ĂŒber NeuniederlĂ€ndisch kombof (âNotkĂŒche; Abstellraumâ) oder ĂŒber das Altkölnische von einem unbekannten altfrĂ€nkischen Begriff | |
| Affe | Aap | von Altkölnisch *ape , von AltfrĂ€nkisch *apo , von Urgermanisch *apĂŽ , von Urindogermanisch *kĂ©pmnÌ„ (ursprĂŒnglich: der Braune) (vgl. nl. aap , eng. ape , arm. ŐŻŐĄŐșŐ«ŐŻ (kapik), lit. be ĆŸdĆŸiĂ”nÄ , hin. à€à€Șà€ż (kapi), wal. epa , rus. ĐŸĐ±Đ”Đ·ŃŃĐœĐ° ( obe zÊčjĂĄna), fin. apina ) | siehe auch MĂŒllers Aap |
| Amsel | MÀÀl | von Altkölnisch *merel , von AltniederfrĂ€nkisch *merol , von VulgĂ€rlateinisch *merola , vom Klassischen Latein merula , von FrĂŒhlateinisch *mesola , von Urindogermanisch *mesĂłlhâ (vgl. nl. merel , fr. merle , wal. mwyalch , alb. mĂ«llĂ«nja , pdt. Aumsel ) | |
| Angsthase | Bangendresser | Determinativkompositum aus bang (bange, Ă€ngstlich), von Altkölnisch *bange , von AltfrĂ€nkisch *bangi , von Urgermanisch *bengiz , von Indogermanisch *pehâenǔʰis , und Dresser (âScheiĂerâ), von Dress , von Altkölnisch *drees , von AltfrĂ€nkisch *drit , von Urgermanisch *dritz (âNotdurftâ), von Urindogermanisch *dreds (âDurchfallâ) | |
| ansehnlich, stattlich | staats | von Altkölnisch *staats , von AltniederfrĂ€nkisch *stats , von VulgĂ€rlateinisch *statos , vom Klassischen Latein status , von FrĂŒhlateinisch *statos , von Urindogermanisch *stehâtos (vgl. nl. statig , nd. staatsch ) | hĂ€ufige Wendung: staatse KĂ€l (stattlicher Kerl, toller Typ) |
| arbeiten, hantieren | brassele | vielleicht verwandt mit Hochdeutsch prasseln | |
| Ărger, Stress, Arbeit | Brassel | vielleicht verwandt mit Hochdeutsch Prassel | |
| âaus dem Stegreifâ, âaus der HĂŒfte geschossenâ | us der LamĂ€ng | Von Französisch la (âdieâ) + main (âHandâ), von Altfranzösisch la , von VulgĂ€rlateinisch illa (âdieâ), vom Klassischen Latein illa (âsieâ); von Altfranzösisch main , von VulgĂ€rlateinisch *manos , vom Klassischen Latein manus , von FrĂŒhlateinisch *manos (âHandâ), von Urindogermanisch *manĂłs (âHand, Sicherungâ) | |
| (be)zahlen, âblechenâ | lazze | vermutlich mit dem Gedankengange, dass man âdas Geld zurĂŒcklĂ€sstâ, wenn man bezahlt Etymologisch: Von Mittelhochdeutsch lÄzzen , von Althochdeutsch lÄzzan , von Urgermanisch *lÄtanÄ
, von Urindogermanisch *ledonĂłm (âlassen, alleine bleibenâ) | |
| Bierkellner | Köbes | kölsche Form von âJakobâ, vom Klassischen Latein Iacobus , von Altgriechisch ÎÎŹÎșÏÎČÎżÏ (IĂĄkobos), von HebrĂ€isch ŚÖ·ŚąÖČŚ§ÖčŚ (Ja'aqov; âFelseâ) | der Ober im rheinischen Brauhaus, typischerweise mit blauer SchĂŒrze |
| Bierzapfer | Zappes | von Altkölnisch *zappes , von AltfrĂ€nkisch *tappis , von Urgermanisch *tappiz , von Urindogermanisch *dabis (âZapferâ) (vergleiche NiederlĂ€ndisch tapper , Englisch tapper [ËtĂŠpÉÊł]) | |
| Blaubeere; Waldbeere | Worbel | Anagramm von Altkölnisch *woldbere mit Wegfall des e's, von AltfrĂ€nkisch *woldeberi , von Urgermanisch *walĂŸiwibazjÄ
(âWaldbeereâ), n , gebildet aus Indogermanisch *kweltos (âWiese, Haarâ) und *bʰesiom (âBeereâ) Plural auch Wolberre [ËÊÉÉ«ËbÉÊÉ] | |
| Blutwurst | Flönz / Blohdwoosch | Blohdwoosch: von Altkölnisch *blodworst , AltfrĂ€nkisch *blodworst , von Urgermanisch *blĆĂŸĆwurstiz , gebildet aus Urindogermanisch *bʰlatom und *wrÌ„stis | siehe auch Saar enz âFlönzâ, vergleiche NiederlĂ€ndisch bloedworst |
| Brunnen, Teich, PfĂŒtze | PĂŒtz | von Altkölnisch *puts , von AltfrĂ€nkisch *put , von Urgermanisch *putjaz (âBrunnen, Grubeâ), vom Klassischen Latein puteus , von FrĂŒhlateinisch *poteos , von Urindogermanisch *poteos (âBrunnen, Grube, Zisterneâ) (vgl. Französisch puits (Brunnen, Grube, Schacht); vgl. auch im NiederlĂ€ndischen: put und im Ruhrdeutschen : PĂŒtt (Schacht, Grube) oder Hochdeutschen PfĂŒtze ) | nach âSchmitzâ der hĂ€ufigste Nachname; |
| (weibliche) Brust | Memm | von Altkölnisch *memme , von AltniederfrĂ€nkisch mamma , von Lateinisch mamma (âBrust, Mamaâ), von Urindogermanisch *mĂ©hâ-mĂ©hâ (vgl. NiederlĂ€ndisch mam(a) (âMamaâ), mamma (âBrustâ); Französisch mamman (âMutterâ), TĂŒrkisch meme (â(weibliche) Brustâ)) | |
| Butterbrot | Botteramm | von Altkölnisch *boterham , von AltfrĂ€nkisch *boterham , Zusammensetzung aus *boter , von Mittellateinisch bĆ«tÈłrum , von Altgriechisch ÎČÎżÏÏÏ
ÏÎżÎœ (boutyron), einer Komposition aus ÎČÎżáżŠÏ (bous), von Urindogermanisch *gÊ·áčws (âKuhâ), und ÏÏ
ÏÏÏ (âturosâ), von Urindogermanisch *teukos (âFettâ), und der Kurzform *ham von *happan (âHappenâ), lautmalerisch fĂŒr einen Bissen | vgl. im NiederlĂ€ndischen: boterham und im Limburgischen : boteramm |
| Dummkopf | Blötschkopp, Doll, Doof, Jeck, TĂŒnnes, Tring, Verdötschte, Dötsch | 1) Blötschkopp: von Komposition aus Blötsch (âDelleâ), lautmalerisch fĂŒr das EindrĂŒcken, und Kopp (âKopfâ), ĂŒber Mittelhochdeutsch kopf (âTrinkschaleâ) von Mittellateinisch *cuppa , ĂŒber das SpĂ€tlateinische vom Klassischen Latein cĆ«pa (âBecherâ), von Urindogermanisch *keuphâ (âSenkeâ) 2) Doll (âVerrĂŒckterâ): von Altkölnisch *dole , von AltfrĂ€nkisch *doli , von Urgermanisch *duliz , von Urindogermanisch *dlÌ„hânis 3) Jeck (âAlbernerâ): von Altkölnisch *jeke , von AltfrĂ€nkisch *geki , von Urgermanisch *gekiz , von Urindogermanisch ǔʰeǔʰis 4) TĂŒnnes (Blöder): kölsche Form von Anton , vom Klassischen Latein Antonius , von Altgriechisch ÎΜÏÏΜÎčÎżÏ (Antonios; âUnschĂ€tzbarerâ), Komposition aus áŒÎœÏጰ- (anti-; âgegenâ), von Urindogermanisch *hâĂ©nti (âbei, nahe, bevorâ), und ᜀΜÎčÎżÏ (onios; âkĂ€uflichâ), von Urindogermanisch *onios 5) Tring (Katharina): kölsche Form von Katharina , von Altgriechisch ÎÎčÎșαÏΔÏÎŻÎœÎ± (Aikaterina; âdie Reine, Aufrichtigeâ) | |
| Drachen | Pattevu(e)l | | |
| drĂŒcken/ziehen | dĂ€ue/trecke | 1) dĂ€ue: von Altkölnisch *duwen [dyuÌŻÉn] (âschieben, drĂŒckenâ), von AltfrĂ€nkisch *duwan , von Urgermanisch *dĆ«wijanÄ
, von Urindogermanisch *dĂČwijonĂłm (âdrĂŒckenâ) trecke: von Altkölnisch *trecken , von AltfrĂ€nkisch *trekan , von Urgermanisch *trakjanÄ
, von Urindogermanisch *deregonĂłm (âziehenâ) | hat Entsprechungen im Niederdeutschen und NiederlĂ€ndischen: duwen , trekken |
| Eisbein, Schweinshaxe | HĂ€mmche | Diminutiv von Altkölnisch *hamme , von AltfrĂ€nkisch *hammĆ , von Urgermanisch *hammĆ , von Vorgermanisch *hanamĆ , von Urindogermanisch *khânamnÌ„ (âSchinken, Haxeâ) | |
| Erbse | ĂĂ€z | | |
| erzĂ€hlen | verzĂ€lle | von Altkölnisch *verzellen , von AltfrĂ€nkisch *fartellan (âerzĂ€hlenâ), Komsosition aus dem PrĂ€fix *far- , von Urgermanisch *fra- (âweg, fortâ), von Urindogermanisch *pro- (âvor(ne)â), und aus *tellan , von Urgermanisch *taljanÄ
(âzĂ€hlen, nummerieren; erzĂ€hlenâ), von Urindogermanisch *delonĂłm (ârechnen, zielen, einstellenâ) | hat Entsprechungen im Alemannischen : verzelle , im PfĂ€lzischen : verzÀÀle im Niederdeutschen und NiederlĂ€ndischen: vertellen ; auf Englisch: to tell |
| etwas | jet | von Altkölnisch *jedde , von AltfrĂ€nkisch *joweder , Komposition aus Urgermanisch *aiwaz , von Urindogermanisch *oywos (âimmerâ), und aus Urgermanisch *hwaĂŸeraz (âwer, wasâ), von Urindogermanisch *kÊ·ĂČtoros | hat Entsprechungen im WestfĂ€lischen sowie im NiederlĂ€ndischen iets |
| Faxen, Getue, Sich-Anstellen, Aufwand, UmstĂ€ndlichkeit, unerwĂŒnschtes Tun | Fisematente, Fisematentcher, Fisematenscher | nur Plural: Fisimatenten | |
| Flirt | Fisternöll, Höggelsche | | |
| Frack | Kött | kurzes, offenes ö | von Englisch cut , (Àltere englische Aussprache) |
| Geizhals | KnieĂkopp, KnieĂbĂŒggel, ĂĂ€zezĂ€ller, Hungsfresser | | |
| GepĂ€ck, auch: Sippschaft, Verwandtschaft | Bajasch / Bagage | von Französisch bagage , von Altfranzösisch bagage (âGepĂ€ckâ), von bague (âBĂŒndel, Packungâ), von VulgĂ€rlateinisch *baccus , vom Klassischen Latein baculum (âGehstock, Zepter, KnĂŒppelâ), von Urindogermanisch *bhekos (âRute, KnĂŒppel, Zepterâ); verwandt mit Urindogermanisch bhelg (âBalken, Plankeâ) | |
| GrĂŒnschnabel | Jröhnschnabel, LĂ€llbeck, Schnuddelsjung | Komposition aus jröhn , von Altkölnisch *grone , von AltfrĂ€nkisch *groni , von Urgermanisch *grĆniz , von Urindogermanisch *gʰÄrnis (âgrĂŒnâ), und SchnĂ€bbel | |
| Hintern, Po, GesÀà | Fott, Föttsche | (geschlossenes o), hat Entsprechungen im Alemannischen | |
| Hose | Botz | hat Entsprechungen in anderen Regiolekten , vgl. Ruhrgebietssprache: Buxe , Norddeutsch : BĂŒx , BĂŒxen ; auch Schwedisch : byxor | |
| Kartoffel | ĂĂ€pel, ĂĂ€dappel | Ableitung von Erdapfel , entspricht dem alemannischen HĂ€rdöpfel , im NiederlĂ€ndischen: aardappel | |
| Kohl | Kappes | vgl. englisch : cabbage , polnisch , slowakisch und andere slawische Sprachen : kapusta , luxemburgisch : Kabes | |
| Kind, Kinder | Panz, PÀnz | vgl. französisch: panse (Bauch) | |
| Knopf | Knopp | niederlÀndisch: knoop | |
| (er/sie/es) kommt kommt (bitte) | kĂŒtt kutt! | Infinitiv: komme (kurzes geschlossenes o), regional auch kumme | |
| (sterbens-)krank aussehen | beripsch uĂsinn | entstanden aus der AbkĂŒrzung âRIPâ, lateinisch: requiescat in pace ( Ruhe in Frieden ), was oft auf Grabsteinen zu finden ist | |
| krank | malad | von französisch: malade (krank sein) | |
| Kuss, KĂŒsschen, kĂŒssen | Butz, BĂŒtzje, bĂŒtze | Der ursprĂŒngliche Wortsinn âkurzer Zusammenprallâ ist als Nebenbedeutung erhalten, etwa bei einem Blechschaden im StraĂenverkehr: â do hann_er sich zwei jebĂŒtz â. | |
| Nachthemd | Poniel | | |
| nackt, bloĂ | blĂ€ck, puddelrĂŒh | | |
| nervös, unruhig | iggelisch | vgl. niederlĂ€ndisch: âiebeligâ, deutsch: âhibbeligâ | |
| oben | bovve | hat Entsprechungen im Niederdeutschen, vgl. niederlÀndisch: boven | |
| Oberbett (genauer: Federbett) | PlĂŒmmo | von französisch: plumeau , dort heute anders belegt | |
| ob, oder | ov | entspricht dem Niederdeutschen, vgl. niederlĂ€ndisch: of ; im sĂŒdlichen Umland Kölns ist ov in der Bedeutung oder bereits unbekannt | |
| Onkel | Ohm, Ăhm | z. T. regional verblassend, mittelhochdeutsch, Entsprechung zum Oheim und zur Uhme anderer Dialekte, niederlĂ€ndisch: oom | |
| Ostdeutscher / OsteuropĂ€er | Pimmock | ursprĂŒnglich angeblich Bezeichnung fĂŒr Gastarbeiter beim Bau des Kölner Domes ( Piemonter Steinmetze), danach verwendet fĂŒr Saisonarbeiter aus dem Osten Ende des 19. Jahrhunderts, im Zuge der Zuwanderungen nach dem Zweiten Weltkrieg und der Auflösung der DDR so wieder aufgenommen, heute auch allgemein ein Mensch, der die Kölner MentalitĂ€t nicht verinnerlicht hat; vgl. auch Imi | |
| Pellkartoffel | Quellmann, Quallmann | vgl. pfÀlzisch: Gequellde, Quellde | |
| Popel | Mömmes | abgeleitet davon: Mömmesfresser | |
| reden, quatschen/sich unterhalten, sprechen | kalle, klaafe, schwaade, bubbele | âschwaadeâ kann i.a.R. nicht mit âschwatzenâ/âschwĂ€tzenâ ĂŒbersetzt werden, auch wenn beide Wörter verwandt sind | |
| Regenschirm | ParraplĂŒ | vgl. französisch: parapluie , niederlĂ€ndisch: paraplu | |
| reisen, sich fortbewegen unterwegs, verreist | jöcke op Jöck | | |
| rothaarig | fussisch | Fuss bedeutet auch âFuchsâ, also fuchsrot (hören: ) | |
| Rosenkohl | Spruute, SprĂŒhtsche | vgl. niederlĂ€ndisch: spruitjes, englisch: Brussels sprouts | |
| Rotkehlchen | RĂ€hnvĂŒ(je)lche | wörtlich: âRegenvögleinâ | |
| Salat | Schloot | (mit langem offenem o) | |
| Schmutz, Dreck | KnieĂ, Knös, KnĂŒĂŒĂ | auch fĂŒr talgige Schmutzablagerungen, z. B. an Brillen | |
| Schnaps | Schabau | | |
| schon, bereits, eben | ald | in verkĂŒrzter Redeweise auch ad | |
| schon(ein)mal, (ein)mal | ens | gleicher etymologischer Stamm wie hochdeutsch: einst , vgl. niederlÀndisch: eens (einmal, mal, einst) (hören: ) | |
| Vielreder, (auch) SchwĂ€tzer | Schwaatlapp(e) | man sagt auch: âDĂ€ ka' jooht der Muul schwahde.â (Er redet gern viel.) | |
| Schrank | Schaaf | wie im MoselfrÀnkischen , vgl. niederlÀndisch und norddeutsch: Schapp ; siehe auch Thekenschaaf | |
| Senf | Mostert, Mostrich | von altfranzösisch: mostarde (französisch: moutarde), auch am Niederrhein verbreitet, niederlÀndisch: mosterd , ebenfalls in der Lausitz: Mostrich | |
| Sonnenschirm | PasolÀh, Parsolee | vgl. französisch: parasoleil , niederlÀndisch: parasol | |
| Spatz ( Haussperling ) | Mösch | vgl. französisch: mouche (Fliege), niederlÀndisch: mus , slawisch : Mucha | |
| Stachelbeeren | Kröönzele | | |
| StraĂenmĂ€dchen | Trottoirschwalv | zusammengesetztes Wort aus: Trottoir , französisches Lehnwort (BĂŒrgersteig) und Schwalv ( Schwalbe ); vgl. deutsch: Bordsteinschwalbe | |
| Streit, ein dauerhaft schlechtes VerhÀltnis | Knies | | |
| Stroh | StrĂŒh, Struuh | | |
| Trotz, Widerspruchsgeist, Anti-Haltung, Unwille; sauerer oder bitterer Geschmack | Frack, Vrack | | |
| untersuchen, genau betrachten | enspezeere | vgl. englisch: inspect | |
| unterwegs, auf Tour, auf Reisen, auf Achse | op Jöck | | |
| VerhÀltnis, Liebschaft | Fisternöll | | |
| verrĂŒckt | jeck | hĂ€ufig anzutreffen, wohl wegen der Karnevalsjecken; niederlĂ€ndisch: gek | |
| Neigung, Zutrauen, Lust | Fiduuz | von lateinisch: fiducia | |
| Vetternwirtschaft, Nepotismus , âFilzâ | KlĂŒngel | eigentlich KnĂ€uel, vgl. Kölscher KlĂŒngel niederlĂ€ndisch: klungel | |
| Wahlkölner | Imi | von imiteete Kölsche (nachgemachter Kölner) (seit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg; wurde durch das Lied des KrĂ€tzchenssĂ€ngers Jupp Schlösser âSag ens Blotwooschâ aus dem Jahre 1948 auch auĂerhalb der Stadt sehr bekannt.) | |
| Wirsing | Schavuur | von Savoyer Kohl | |
| Zwetschgen | Quedsche | ebenso beispielsweise in der Pfalz; Quetsch in Lothringen | |
| Zwetschgenkuchen | Quedschekooche | | |
| Pflaumen | Promme | vergleiche niederlÀndisch: pruimen | |
| Pflaumenkuchen | Prummetaat | | |
| Zwiebel | Ăllsch, Ăllisch, Ăllije | niederlĂ€ndisch: uitje | |
Es gibt Wörter ohne geeignete Entsprechung im Hochdeutschen:
| Standarddeutsch | Kölsch | Anmerkung |
|---|---|---|
| Auseinandersetzung, Streit, Darlegung, Disput, Krach, Wortgefecht, ErklÀrung | Explezeer | vgl. französisch: expliquer , englisch: to explicate |
| â | stievstaats | Diese Kombination von staats (herrlich, stattlich, âaufgemotztâ) mit stiev (steif, unbeweglich, bewegungslos/tot, höhergestellt, unpersönlich/förmlich, aber auch âdermaĂen betrunken, dass er/sie nicht mehr zu einer Bewegung des Einknickens fĂ€hig ist und daher lang ausgestreckt umfĂ€lltâ) dĂŒrfte auf das Exerzieren und Paradieren der preuĂischen Rheinarmee zurĂŒckgehen, die die napoleonische Besatzung in Köln ablöste. Wird oft auch synonym fĂŒr âherausgeputztâ, âaufgetakeltâ oder âim Sonntagsstaat â verwendet. |
| â | Krangköllish | Beschreibung eines Menschen, dem es gesundheitlich schlecht geht, wörtlich: kranke Zwiebel. |
| Stadtteil, Revier, Kontaktbereich, Sozial-/Wohnumfeld | Veedel | vgl. deutsch: Stadtviertel ; das Berlinerische Kiez kommt dem Veedel relativ nahe. |
| Verdickung, Ansammlung, Kollektiv/Brigade, Stau, Menge/Anzahl | Knubbel | Alle genannten Wörter sind wenig treffende mögliche Ăbersetzungen durch einen Oberbegriff. Die Liste der spezifischen Bedeutungen dĂŒrfte mehrere hundert umfassen. Dazu kommen noch etliche Bildungen, wie etwas âim Knubbelâ, also gemeinsam, zu tun. âGemeinsamâ hat so z. B. keine direkte Entsprechung in Kölsch. |
| Delle, Faulstelle, Fehler/Sinnlosigkeit | Blötsch | (lautmalerisch) unter anderem das Gegenteil von einem Knubbel; vgl. niederlÀndisch: bluts |
| dumm, eingedrĂŒckt, zerdellt, auch schlecht gelaunt, pampig | blötschisch, verblötscht | |
| reflektiert werden, (zurĂŒck-)springen, hĂŒpfen, (an-)stupsen, stoĂen, schlagen | titsche | (lautmalerisch) |
| Delle, BeschĂ€digung, Ab- oder Eindruck, Loch oder groĂer Kratzer | Katsch | (lautmalerisch) Ein Katsch ist alles Genannte zugleich. |
| Riss | Ratsch | (lautmalerisch) |
| winkelförmiger Einriss in Stoff | en Fönnnef | Die Form Àhnelt der lateinischen Ziffer V. |
| âDie Polizeiâ | de Schmier | nur unpersönlich, v. a. im Kontext des unerwĂŒnschten Kontrollierens, lĂ€stigen Beobachtens, beim Beschneiden von Freiheiten, vgl. zĂŒrichdeutsch : d' SchmiĂ«r |
| â â â | knibbele piddele vrimmele | Alle nahe dem ruhrsprachlichen, west- und ostfĂ€lischen prokeln , aber jeweils viel spezifischer, teilweise ĂŒberlappend mit dem hochdeutschen kratzen , jedoch spezifischer, erst recht als das umgangssprachliche fummeln , teils ĂŒberlappend mit dem niederdeutschen pulen |
Manche Wörter werden aus ursprĂŒnglichen Umschreibungen geboren:
| Standarddeutsch | Kölsch | Anmerkung |
|---|---|---|
| Akkordeon | QuetschebĂŒggel, Quetsch | wörtlich: (Zweiseiten-)DrĂŒckbeutel, âQuetschbeutelâ wĂ€re ein falscher Freund |
| Bachstelze | WippestÀtzche | wörtlich: WippschwÀnzchen |
| Bett | Lappekess | vgl. deutsch: Lappen- (oder TĂŒcher-)Kiste |
| Fotoapparat | Knipser | |
| Geizhals | KniesbĂŒggel, Knieskopp | |
| Pfirsich | PlĂŒschprumm | zusammengesetzt aus PlĂŒsch (PlĂŒsch, Samt) und Prumm (Pflaume) |
| Pilz | JĂŒddefleisch | eigentlich âJudenfleischâ, wird heute nicht mehr gebraucht; vgl. auch âjĂŒddeflesjâ im Kirchröadsj , dem Kerkrader Dialekt [ 30 ] |
| Polizeiwachtmeister | Blööh | vom französischen bleu , der Uniformfarbe preuĂischer Polizisten |
| preuĂischer (und bis in die frĂŒhen 1970er Jahre Berliner) Polizeihelm, Zylinderhut | Kuletschhoot | von Kuletsch ( Lakritz ), der tiefschwarz glĂ€nzenden Farbe wegen, und Hoot (feste Kopfbedeckung, Hut ) |
Andere Vokabeln sind aus mittlerweile wenig gebrÀuchlichen oder anders belegten Synonymen entstanden:
| Standarddeutsch | Kölsch | Anmerkung |
|---|---|---|
| BĂŒrgersteig | Trottewar / Trottoir | französisches Lehnwort, auch in anderen westdeutschen Dialekten |
| Dachstuhl, Dachboden, Dachbereich | LĂ€uv | vgl. deutsch: Laube |
| Aufnehmer / Bodenwischtuch | Schotterplaggel | von Schotter (Bodenbelag) und Plaggel (Wischtuch) |
| Schmerz | Ping | vgl. Deutsch: Pein |
| Streichholz, -hölzer | SchwĂ€velche, SchwĂ€vele | vgl. deutsch: Schwefelholz , Ă€ltere Bezeichnung fĂŒr ZĂŒndhölzer; vgl. jiddisch : schwebele |
| TĂŒr, Tor | Pooz | vom lateinischen porta , Pforte, vgl. niederlĂ€ndisch poort . Das hochdeutsche âPforteâ heiĂt heute in Kölsch âPöözjeâ oder âEnjangâ und kann nur in seltenen FĂ€llen mit âPoozâ ĂŒbersetzt werden. |
| umarmen | dröcke | vgl. deutsch: an sich drĂŒcken , nicht zu verwechseln mit hochdeutsch drĂŒcken = kölsch deue |
| weg | fott | vgl. deutsch: fort |
| weinen | kriesche | verwandt mit deutsch: kreischen ; vgl. englisch: to cry |
Wieder andere Vokabeln entstammen der allgemeinen Umgangssprache:
| Standarddeutsch | Kölsch | Anmerkung |
|---|---|---|
| Auto | Kess | vgl. deutsch: Kiste |
| Fernsehapparat | Kess | vgl. deutsch: Kiste |
| GlĂŒck, glĂŒcklich | Jlöck, jlöcklich | |
| (heraus-/auseinander-)klamĂŒsern | (erus-/usenander)klamĂŒsere | herausfinden durch angestrengtes Ăberlegen, mĂŒhsam zurechtfummeln |
| schief, scheel | schÀÀl | scheel â schielend â wie das bekannte Kölner Original SchĂ€l ; siehe auch: SchĂ€l Sick |
| Verkaufsstelle, (Zeitungs-)Kiosk | BĂŒdche | entspricht der ruhrsprachlichen Bude im Sinne von Trinkhalle |
| Akkordeon | Quetschkomood. Quetsch | Zusammensetzung von quedsche (drĂŒcken, pressen) und Komood (Kastenfömiges, Kommode) |
| Wohnung | (auch) Bud | vgl. deutsch: Bude , Baude |
Auch das Kölsche kennt idiomatische AusdrĂŒcke, von denen manche mit den im Deutschen ĂŒblichen zusammenfallen, aber bei weitem nicht alle:
| Standarddeutsch | Kölsch | Anmerkung |
|---|---|---|
| Das erstaunt mich! | Leck mej am Aasch! | Dies kann aber auch das â Götz von Berlichingen-Zitat â sein, es kommt auf die Betonung an. |
| Leck mich am Arsch! | Deu mer doch der Naache! | Wörtlich: Schiebe doch meinen Kahn an! |
| Es ist/war in der Karwoche | De Jlocke sin/wohre en Rom | In der Karwoche herrscht Glockenruhe, daher die Redensart, daĂ die Glocken in der Zeit nach Rom pilgerten. |
| Hosen runter! Farbe bekennen! Klartext bitte! | Botter bei de Fesch! | Wörtlich: [gib] Butter zum Fisch! , kommt in ganz Norddeutschland und Benelux vor. |
| Sie ist ungenieĂbar, arg missgestimmt, verrĂŒckt. | Dat hĂ€dd en ĂĂ€z aam wandere/aam kieme. | Wörtlich: Bei ihr wandert/keimt eine Erbse. [ 31 ] |
| in Ohnmacht fallen | de Bejoovung krijje | Wörtlich: die Begabung bekommen [ 32 ] |
Literatur
⹠Fritz Hoenig: Wörterbuch der Kölner Mundart. Nach der Erstausgabe von 1877. J.P. Bachem Verlag, Köln 1952.
⹠Georg Heike: Zur Phonologie der Stadtkölner Mundart. Marburg 1964. (Deutsche Dialektgeographie Band 57)
âą Martin Hirschberg, Klaus Hochhaus: Kölsch för anzelore. LĂŒtgen, Frechen 1990, ISBN 3-9802573-0-4.
⹠Adam Wrede: Neuer Kölnischer Sprachschatz. 3 BÀnde. 12. Auflage. Greven Verlag, Köln 1999, ISBN 3-7743-0243-X.
⹠Alice Tiling-Herrwegen: De kölsche Sproch. Kurzgrammatik Kölsch-Deutsch. 1. Auflage. J.P. Bachem Verlag, Köln 2002, ISBN 3-7616-1604-X.
⹠Christa Bhatt: Kölsche Schreibregeln. 1. Auflage. J.P Bachem Verlag, Köln 2002, ISBN 3-7616-1605-8.
âą Helga Resch, Tobias Bungter: SprachfĂŒhrer Kölsch. (mit einer CD gesprochen von Tommy Engel). 1. Auflage. Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2004, ISBN 3-462-03557-6.
âą Helga Resch, Tobias Bungter: SprachfĂŒhrer Kölsch 2 â fĂŒr Fortgeschrittene. (mit einer CD gesprochen von Tommy Engel). 1. Auflage. Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2005, ISBN 3-462-03591-6.
⹠Christa Bhatt, Alice Herrwegen: Das Kölsche Wörterbuch. 3. Auflage. J.P. Bachem Verlag, Köln 2009, ISBN 978-3-7616-2358-9.
âą Peter Caspers: Op Kölsch â Das Wörterbuch Kölsch-Hochdeutsch, Hochdeutsch-Kölsch. Greven Verlag, Köln 2006, ISBN 3-7743-0380-0.
âą Alice Herrwegen: Mer liere Kölsch â Ă€vver höösch. J.P. Bachem Verlag, Köln 2008, ISBN 978-3-7616-2201-8.
⹠Margarete Flimm, Florian Wollenschein: Wörterbuch der kölschen Mundart. Kölsch-Deutsch Deutsch-Kölsch. Books on Demand, Norderstedt 2011, ISBN 978-3-8448-0659-5.
Siehe auch
Weblinks
Commons
: Kölsch
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Verschiedene Kölsche Tonbeispiele der Sprachabteilung am Institut fĂŒr Landeskunde und Regionalgeschichte beim Landschaftsverband Rheinland
Wikipedia auf Kölsch
⹠Akademie för uns kölsche Sproch mit Online-Wörterbuch. In: Koelsch-Akademie.de
⹠Wörterbuch Kölsch-Deutsch und Deutsch-Kölsch
âą und Vergleich mit anderen germanischen Sprachen (Memento vom 23. September 2009 im Internet Archive)
âą Swadesh-Liste fĂŒr einige germanische Sprachen, darunter Kölsch
Einzelnachweise
cite-note-11. â Regiolekte im Rheinland - Institut fĂŒr Landeskunde und Regionalgeschichte. Abgerufen am 3. Juli 2022.
cite-note-21. Karte in Anlehnung an: P.A. Kerkhof: Language, law and loanwords in early medieval Gaul: language contact and studies in Gallo-Romance phonology, Leiden, 2018, S. 24 und H. Ryckeboer: Het Nederlands in Noord-Frankrijk. SociolinguĂŻstische, dialectologische en contactlinguĂŻstische aspecten, Gent, 1997, S. 183â184.
cite-note-32. Cowan, H.K.J: Tijdschrift voor Nederlandse Taal- en Letterkunde. Jahrgang 71. E.J. Brill, Leiden, 1953, S. 166â186. Note: Die Linie ist nicht gleich an der spĂ€teren Benratherlinie, weil diese erst im Hochmittelalter ihre aktuelle Position erreicht hat.
cite-note-44. â H. F. Döbler: Die Germanen â Legende und Wirklichkeit. Verlag Heyne MĂŒnchen 1975, ISBN 3-453-00753-0, Rubrik Franken, S. 197 ff.
cite-note-55. â Ulrich Nonn: Die Franken. Verlag Kohlhammer, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-17-017814-4, S. 15 ff.
cite-note-66. â Rudolf Sohm: Ăber die Entstehung der Lex Ribuaria. Verlag Hermann Böhlau - Weimar 1866, S. 1 bis 82
cite-note-77. â Die AbschwĂ€chung zeigte sich vor allem dadurch, dass weiter nördlich immer mehr Worte oder Silben von der Verschiebung ausgenommen blieben.
cite-note-wrede-2-74-oben-88. â Adam Wrede: Neuer Kölnischer Sprachschatz. 12. Auflage. Greven Verlag, Köln 1999, ISBN 3-7743-0243-X, Band 2, S. 74 oben.
cite-note-wrede-2-74-unten-99. â Adam Wrede: Neuer Kölnischer Sprachschatz. 12. Auflage. Greven Verlag, Köln 1999, ISBN 3-7743-0243-X, Band 2, S. 74 unten
cite-note-1010. â siehe u. a. A. Wrede: Die Kölner Mundart, sprach- und literaturhistorisch. 1909, sowie die (nach dem Stand von um 1956) mit â gekennzeichneten Wörter in Adam Wrede: Neuer Kölnischer Sprachschatz. 12. Auflage. Greven Verlag, Köln 1999, ISBN 3-7743-0243-X â eine jĂŒngere Referenz muss noch gefunden werden.
cite-note-1111. â Uli, der Köln-Lotse, Uli, der Köln-Lotse: Die kölsche Sprache â mehr als nur ein Dialekt (Teil II). In: Der Köln-Lotse. 30. Mai 2020, abgerufen am 27. September 2022 (deutsch).
cite-note-1212. â Kölsche Sprache â Kölle Alaaf. Abgerufen am 27. September 2022.
cite-note-1313. â Die IPA-Zeichen [ a, ɧ, Ê ] und [Ë] werden nicht standardkonform verwendet und das Zeichen [ ÌŻ ] bei Diphthongen durch [ Í ] ersetzt.
cite-note-1414. â Janz Kölle spricht Kölsch! Erster Tag der kölschen Sprache mit 39 Einzelveranstaltungen. In: Ăbersetzerportal uepo.de. 20. September 2024, abgerufen am 19. Dezember 2024.
cite-note-1515. â Eine Ausnahme bildet das Lied Nit fĂŒr Kooche vom Album Vun drinne noh drusse, welches den neubelebten Karneval ablehnend thematisiert. Wolfgang Niedecken erlĂ€utert in diesem Text seine GrĂŒnde, zur Karnevalszeit aus Köln zu âflĂŒchtenâ: âOh, nit fĂŒr Kooche, LĂŒck, bliev ich Karneval he. NĂ€, ich verpiss mich hĂŒck, ich maach nit met dobei.â (Hochdeutsch: âOh, nicht fĂŒr Kuchen, Leute, bleibe ich Karneval hier. Nein, ich verpisse mich heute, ich mache nicht mit dabei.â)
cite-note-1616. â Klaaf. (Memento vom 28. Juli 2013 im Internet Archive) (PDF-Datei; 4,22 MB) 2/2010, S. 15. (zuletzt abgerufen am 17. Oktober 2010)
cite-note-1717. â Elmar Ternes: EinfĂŒhrung in die Phonologie. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1987, ISBN 3-534-09576-6, S. 116
cite-note-1818. â Georg Heike: Zur Phonologie der Stadtkölner Mundart. N. G. Elvert Verlag, Marburg 1964, S. 45. (Deutsche Dialektgeographie Band 57)
cite-note-1919. â Es wird unter anderen benutzt in Georg Heike: Zur Phonologie der Stadtkölner Mundart. (Deutsche Dialektgeographie Band 57), N. G. Elvert Verlag Marburg 1964.
cite-note-2020. â Peter Caspers: Op Kölsch. 2. Auflage. Greven-Verlag, Köln 2014, ISBN 978-3-7743-0380-5.
cite-note-2121. â Rheinisches Wörterbuch. In: woerterbuchnetz.de. Abgerufen am 3. Juli 2022.
cite-note-2222. â Wilhelm Martin Esser: Volkssprache am Rhein. 1971 (Kopie in der BĂŒcherei der âAkademie för uns kölsche Sprochâ verfĂŒgbar).
cite-note-2323. â Alan Scott: The Genitive Case in Dutch and German: A Study of Morphosyntactic Change in Codified Languages. BRILL, 2013, ISBN 978-90-04-18328-5, S. 233 (google.de [abgerufen am 28. August 2022]).
cite-note-2424. â Dazu siehe auch: Nanna Fuhrhop: âBerlinerâ Luft und âPotsdamerâ BĂŒrgermeister. Zur Grammatik der Stadtadjektive. In: Linguistische Berichte. Heft 193. Helmut Buske Verlag, Hamburg 2003, S. 91â108.
cite-note-2525. â Georg Heike: Zur Phonologie der Stadtkölner Mundart. N. G. Elvert Verlag, Marburg 1964, S. 73 ff., 111. (Deutsche Dialektgeographie Band 57)
cite-note-2626. â Siehe beispielsweise: Die meisten Kölner sind zweisprachig. â GesprĂ€ch eines ungenannten Interviewers mit Dr. Heribert A. Hilgers, In: UniversitĂ€t zu Köln, Mitteilungen 1975. Heft 3/4, S. 19â20.
cite-note-2727. â Alice Herrwegen: Mer liehre Kölsch â Ă€vver flöck, Intensivkurs der Kölschen Sprache. J.P. Bachem Verlag, Köln 2006, ISBN 3-7616-2032-2, S. 26, 28, 29.
cite-note-2828. â Christa Bhatt, Alice Herrwegen: Das Kölsche Wörterbuch. 2. Auflage. J.P. Bachem Verlag, Köln 2005, ISBN 3-7616-1942-1, S. 684 oben
cite-note-2929. â Center for the Study of Upper Midwestern Countries: German Dialects in Wisconsin, Stand: 27. Oktober 2010, Abruf: 8. Juli 2015
cite-note-303. Kirchröadsjer Dieksiejoneer, hrsg. v. d. Stichting Kirchröadsjer Dieksiejoneer, Kerkrade, 1987, S. 139.
cite-note-314. Bhatt, Herrwegen: Das Kölsche Wörterbuch. 2005, S. 69.
cite-note-325. Wrede: Neuer Kölnischer Sprachschatz. 1999, Band 1, S. 64.